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Appetit reduziert oder Appetitlosigkeit (Anorexie) bei Katzen
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Definition
Appetitlosigkeit oder Anorexie bei Katzen beschreibt einen Zustand, in dem das Tier das Interesse am Futter verliert oder die Nahrungsaufnahme ganz einstellt. Diese Störung kann vorübergehend oder chronisch sein und hat vielfältige Ursachen, die von emotionalen Stressfaktoren bis hin zu ernsthaften gesundheitlichen Problemen reichen können.
Kann bei den folgenden Krankheiten auftreten:
- Überfunktion der Nebenschilddrüsen bei Katzen (Hyperparathyreoidismus)
- Akutes Nierenversagen bei Katzen (Akute Niereninsuffizienz, ANI)
- Autoimmunbedingte Zerstörung roter Blutkörperchen bei Katzen (Autoimmunhämolytische Anämie)
- Bauchfellentzündung durch das mutierte Katzen-Coronavirus (FCoV) bei Katzen (Feline Infektiöse Peritonitis, FIP)
- Vergiftung durch Aspirin bei Katzen (Aspirinintoxikation)
- Aufnahme von Kot und unverdaulichen Fremdstoffen bei Katzen (Koprophagie und Pica)
- Dauerhafte Erweiterung der Bronchien bei Katzen (Bronchiektasien)
- Autoimmunerkrankung der Haut mit Blasen- und Krustenbildung bei Katzen (Pemphigus)
- Darmerkrankung durch Clostridium perfringens bei Katzen (Clostridium perfringens Enteropathie)
- Bakterielle Darminfektion mit Salmonellen bei Katzen (Salmonellose)
- Infektion mit Escherichia-coli-Bakterien bei Katzen (Colibacillose)
- Gebärmutterentzündung nach der Geburt bei Katzen (Postpartale Metritis des Uterus)
- Bakterielle Entzündung des Nierenbeckens bei Katzen (Pyelonephritis)
- Bakterielle Infektion mit Actinomyces-Arten bei Katzen (Aktinomykose)
- Bakterielle Infektion mit Leptospiren bei Katzen (Leptospirose)
- Atemwegsinfektion mit Bordetella bronchiseptica bei Katzen (Bordetellose)
- Bakterielle Darminfektion mit Campylobacter-Arten bei Katzen (Campylobacteriose)
- Bakterielle Infektion mit Clostridium piliforme bei Katzen (Clostridium piliforme-Infektion)
- Durch Zecken übertragene Infektion mit Ehrlichia-Arten bei Katzen (Ehrlichiose)
- Durch Zecken übertragene Infektion mit Babesien bei Katzen (Babesiose)
- Bakterielle Infektion des Magens mit Helicobacter-Bakterien bei Katzen (Helicobacteriose)
- Entzündung des Bauchfells bei Katzen (Peritonitis)
- Entzündung der Bauchspeicheldrüse bei Katzen (Pankreatitis)
- Bösartiger Drüsentumor der Bauchspeicheldrüse bei Katzen (Pankreatisches Adenokarzinom)
- Störungen der Magen-Darm-Beweglichkeit bei Katzen (Gastrointestinale Motilitätsstörungen)
- Erhöhte Blutviskosität mit gestörter Durchblutung bei Katzen (Hyperviskositätssyndrom)
- Chronisch entzündliche Darmerkrankung bei Katzen (Inflammatory Bowel Disease, IBD)
- Chronische Entzündung der Leber bei Katzen (Chronische Hepatitis)
- Chronische Entzündung der Magenschleimhaut bei Katzen (Chronische Gastritis)
- Chronisches Nierenversagen bei Katzen (Chronische Niereninsuffizienz)
- Chronisch geschwürige Dickdarmentzündung mit histiozytären Entzündungszellen bei Katzen (Histiozytäre Colitis ulcerosa, HCU)
- Einstülpung eines Darmabschnittes bei Katzen (Darminvagination)
- Magen-Darm-Entzündung durch Astrovirus-Infektion bei Katzen (Gastroenteritis durch Astrovirus-Infektion)
- Magen-Darm-Entzündung durch Rotaviren bei Katzen (Rotaviren-Gastroenteritis)
- Darminfektion mit Bandwürmern bei Katzen (Darminfektion mit Zestoden)
- Darminfektion mit dem Coronavirus bei Katzen (Feline enterale Coronavirus-Infektion, FECV)
- Bösartiger Drüsentumor des Darmes bei Katzen (Adenokarzinom des Darmes)
- Tumor hormonbildender Zellen bei Katzen (Neuroendokriner Tumor, Apudom)
- Darmverschluss bei Katzen (Ileus)
- Lebensbedrohliches diabetisches Koma mit schwerer Austrocknung bei Katzen (Hyperosmolares diabetisches Koma)
- Entzündung von Dickdarm und Enddarm bei Katzen (Colitis und Proktitis)
- Bösartiger lymphatischer Tumor des Dünndarms bei Katzen (Felines Lymphom des Dünndarms)
- Eiteransammlung im Gewebe bei Katzen (Abszess)
- Eitrige Entzündung der Leber mit Abszessbildung bei Katzen (Eitrige Leberentzündung und Leberabszesse)
- Eiweißverlust über den Darm bei Katzen (Proteinverlust-Enteropathie)
- Entzündliche Erkrankung der Gallengänge und Leber bei Katzen (Cholangitis-Cholangiohepatitis-Syndrom)
- Entzündung der Herzinnenwand und des Herzmuskels bei Katzen (Endomyokarditis)
- Entzündung der Magenschleimhaut bei Katzen (Gastritis)
- Erweiterung und Pumpschwäche des Herzmuskels bei Katzen (Dilatative Kardiomyopathie)
- Fettlebererkrankung bei Katzen (Hepatische Lipidose)
- Flüssigkeitsansammlung im Bauchraum bei Katzen (Aszites)
- Erweiterung des Nierenbeckens durch Harnstau bei Katzen (Hydronephrose)
- Flüssigkeitsansammlung um die Niere bei Katzen (Perirenale Pseudozyste)
- Mangel an Verdauungsenzymen der Bauchspeicheldrüse bei Katzen (Exokrine Pankreasinsuffizienz, EPI)
- Entzündung der Gallenblase und Gallengänge bei Katzen (Cholezystitis und Cholangitis)
- Bösartiger Tumor der Gallengänge bei Katzen (Gallengangskarzinom)
- Gallensteine bei Katzen (Cholelithiasis)
- Bösartiger Tumor der Gebärmutter bei Katzen (Uterussarkom)
- Gebärmuttervereiterung bei Katzen (Pyometra)
- Entzündung eines Gelenkes bei Katzen (Arthritis)
- Erhöhter Blutdruck im Pfortadersystem der Leber bei Katzen (Portaler Hochdruck)
- Erhöhte Blutfettwerte bei Katzen (Hyperlipidämie)
- Anstieg harnpflichtiger Stoffe im Blut bei Katzen (Azotämie, Urämie)
- Vergiftung durch Ibuprofen bei Katzen (Ibuprofenvergiftung)
- Infektion mit dem Felinen Leukämievirus bei Katzen (FeLV)
- Infektion durch das Aujetzky-Virus bei Katzen (Aujetzky`sche Krankheit)
- Neuroendokrine Tumoren mit hormoneller Symptomatik bei Katzen (Karzinoidtumoren und Karzinoid-Syndrom)
- Bakterielle Infektion mit Bartonella henselae bei Katzen (Bartonellose)
- Infektion mit dem Felinen Parvovirus bei Katzen (Feline Panleukopenie, FPV)
- Bösartige Tumorerkrankung des lymphatischen Systems bei Katzen (Lymphom, Lymphosarkom)
- Bösartiger Tumor der glatten Muskulatur im Magen-Darm-Trakt bei Katzen (Leiomyosarkom im Magen-Darm-Trakt)
- Chronische Leukämie der lymphatischen Blutzellen bei Katzen (Chronische Lymphatische Leukämie, CLL)
- Lymphomähnliche entzündliche Lungenerkrankung bei Katzen (Pulmonale lymphomatoide Granulomatose)
- Knotige entzündliche Lebererkrankung bei Katzen (Granulomatöse Hepatitis)
- Lebererkrankung mit vakuolären Zellveränderungen bei Katzen (Vakuoläre Hepatopathie)
- Leberschädigende Giftstoffe bei Katzen (Hepatotoxine)
- Bösartiger Tumor der Leberzellen bei Katzen (Hepatozelluläres Karzinom)
- Gutartiger Tumor der Leberzellen bei Katzen (Hepatozelluläres Adenom, Leberzelladenom)
- Akutes Leberversagen bei Katzen (Akute Leberinsuffizienz)
- Akute lymphoblastische Leukämie bei Katzen (Akute Lymphoblastische Leukämie, ALL)
- Lungenentzündung durch Einatmen von Fremdmaterial bei Katzen (Aspirationspneumonie)
- Eosinophile Entzündung von Magen und Darm bei Katzen (Eosinophile Gastroenteritis)
- Magengeschwür und Zwölffingerdarmgeschwür bei Katzen (Ulcus ventrikuli und Ulcus duodeni)
- Parasitäre Mageninfektion mit Ollulanus-Würmern bei Katzen (Ollulanose)
- Magen-Darm-Entzündung durch Reoviren bei Katzen (Reovirus-Gastroenteritis)
- Magnesiummangel im Blut bei Katzen (Hypomagnesämie)
- Mastzelltumoren des Magen-Darm-Traktes bei Katzen (Gastrointestinale Mastzelltumoren)
- Unterfunktion der Nebennierenrinde bei Katzen (Hypoadrenokortizismus)
- Verbleibende Nachgeburt in der Gebärmutter bei Katzen (Retinierte Plazenta)
- Begleiterkrankungen durch eine Tumorerkrankung bei Katzen (Paraneoplastisches Syndrom)
- Albuminmangel im Blut bei Katzen (Hypoalbuminämie)
- Kaliummangel im Blut bei Katzen (Hypokaliämie)
- Entzündung der Nierenkörperchen bei Katzen (Glomerulonephritis)
- Erbliche Nierenerkrankung mit multiplen Zysten bei Katzen (Polyzystische Nierenerkrankung, PKD)
- Nierenerkrankung mit starkem Eiweißverlust über den Urin bei Katzen (Nephrotisches Syndrom)
- Bösartiger Drüsentumor der Niere bei Katzen (Renales Adenokarzinom)
- Nierensteine bei Katzen (Nephrolithiasis)
- Vergrößerung der Nieren bei Katzen (Renomegalie)
- Parasitäre Darminfektion mit Kokzidien bei Katzen (Kokzidiose)
- Parasitäre Infektion mit Peitschenwürmern bei Katzen (Trichuriasis)
- Parasitäre Darminfektion mit Kryptosporidien bei Katzen (Kryptosporidiose)
- Parasitäre Darminfektion mit Zwergfadenwürmern bei Katzen (Strongyloidiasis)
- Parasitäre Darminfektion mit Giardien bei Katzen (Giardiose)
- Parasitäre Darminfektion mit Hakenwürmern bei Katzen (Ankylostomiasis)
- Parasitäre Infektion mit Sarkozystis-Arten bei Katzen (Sarkozystose)
- Durch Zecken übertragene Infektion mit Cytauxzoon-Arten bei Katzen (Cytauxzoonose)
- Bakterielle Infektion mit Anaplasma-Arten bei Katzen (Anaplasmose)
- Bakterielle Lungenentzündung bei Katzen (Bakterielle Pneumonie)
- Parasitäre Infektion mit Leishmania-Arten bei Katzen (Leishmaniose)
- Parasitäre Darminfektion mit Amöben bei Katzen (Feline Amöbiasis)
- Parasitäre Infektion mit dem Katzenleberegel bei Katzen (Opisthorchiasis)
- Parasitäre Lungeninfektion mit Lungenwürmern bei Katzen (Aelurostrongylose)
- Parasitäre Magen-Darm-Infektion mit Physaloptera-Arten bei Katzen (Physalopterose)
- Pilzinfektion mit Blastomyces-Arten bei Katzen (Blastomykose)
- Pilzinfektion mit Candida-Hefen bei Katzen (Candidiasis)
- Pilzinfektion mit Histoplasma-Arten bei Katzen (Histoplasmose)
- Entzündung und Abszess der Prostata bei Katzen (Prostatitis und Prostataabszess)
- Ablagerung krankhafter Eiweißstoffe in Organen bei Katzen (Amyloidose)
- Amyloidablagerungen in der Leber bei Katzen (Hepatische Amyloidose)
- Rückfluss von Magensaft in die Speiseröhre bei Katzen (Gastroösophagealer Reflux)
- Scheinschwangerschaft mit Milchbildung bei Katzen (Pseudogravidität, Lactatio falsa)
- Schilddrüsenüberfunktion bei Katzen (Hyperthyreose)
- Schilddrüsenunterfunktion bei Katzen (Hypothyreose)
- Immunschwäche bei Katzen (Immundefizienz, Immundefekt)
- Bösartiger Drüsentumor der Speicheldrüsen bei Katzen (Adenokarzinom der Glandula parotis oder Glandula mandibularis)
- Diabetisches Koma mit Übersäuerung des Körpers bei Katzen (Ketoazidotisches Koma)
- Gutartiger Tumor der glatten Muskulatur bei Katzen (Leiomyom)
- Überfunktion der Nebennierenrinde bei Katzen (Hyperadrenokortizismus, Morbus Cushing)
- Bösartiger Tumor der Harnwege bei Katzen (Urothelkarzinom)
- Chronische Vernarbung der Leber bei Katzen (Leberzirrhose und Leberfibrose)
- Chronische Verdickung des Magenausgangs bei Katzen (Chronisch Hypertrophe Pylorus-Gastropathie, CHPG)
- Vergiftung durch Digoxin bei Katzen (Digoxinintoxikation)
- Vergiftung durch Permethrin bei Katzen (Permethrin-Intoxikation)
- Vergiftung durch Sagopalmen bei Katzen (Sagopalmvergiftung)
- Vitamin-A-Überversorgung bei Katzen (Hypervitaminose A)
- Vitamin-D-Überversorgung bei Katzen (Hypervitaminose D)
- Vergiftung durch Deoxynivalenol-Pilzgifte bei Katzen (Deoxynivalenol-Mykotoxikose, DON)
- Zuckerkrankheit bei Katzen (Diabetes mellitus)
- Zwerchfellbruch bei Katzen (Hernia diaphragmatica)
- Angeborene Verbindung zwischen Bauch- und Herzbeutelraum bei Katzen (Peritoneoperikardiale Zwerchfellhernie)
- Fremdkörper im Magen bei Katzen (Gastraler Fremdkörper)
- Haarballen im Magen-Darm-Trakt bei Katzen (Trichobezoare)
- Feline Small Intestinal Lymphoma (Small Intestinal Cancer in Cats)
Grundlagen und mögliche Ursachen
Die Ernährung spielt eine zentrale Rolle im Leben jeder Katze, und ein Verlust des Appetits kann auf eine Vielzahl von Gründen zurückzuführen sein. Grundsätzlich können Ursachen von Appetitlosigkeit in zwei Kategorien eingeteilt werden: Nicht-medizinische Ursachen und medizinische Ursachen.
Nicht-medizinische Ursachen beinhalten Veränderungen in der Umgebung oder in der Routine der Katze, die zu Stress führen können. Dies könnte der Einzug eines neuen Haustieres, ein Umzug oder ungewohnte Geräusche und Gerüche sein. Solche Veränderungen können Stress verursachen, der wiederum zu einer vorübergehenden Appetitlosigkeit führen kann.
Medizinische Ursachen sind vielfältig und können von Zahnschmerzen, infektiösen Erkrankungen, Nierenerkrankungen, Leberproblemen, bis hin zu ernsthaften Erkrankungen wie Krebs reichen. Auch Parasitenbefall oder Magen-Darm-Probleme können den Appetit einer Katze erheblich beeinträchtigen.
Ein weiteres Augenmerk sollte auf die Ernährungsgewohnheiten gelegt werden. Eine Änderung des Futters oder eine minderwertige Futterqualität kann ebenfalls zu einer ablehnenden Haltung gegenüber der Nahrung führen. Sensible Katzen reagieren oft auf die geringste Veränderung in ihrer Ernährung.
Typische Begleitsymptome
- Gewichtsverlust: Eine der offensichtlichsten Folgen von Appetitlosigkeit ist der Gewichtsverlust. Dieser kann schnell eintreten, insbesondere bei kleineren oder ohnehin schon dünnen Katzen.
- Lethargie: Katzen, die nicht ausreichend Nahrung aufnehmen, können lethargisch oder teilnahmslos wirken. Sie ziehen sich oft zurück und zeigen weniger Interesse an ihren üblichen Aktivitäten.
- Veränderungen im Fell: Ein Mangel an Nährstoffen kann zu einem stumpfen, glanzlosen Fell führen. Die Katze kann auch mehr Haare verlieren als üblich.
- Dehydrierung: Wenn die Katze nicht nur das Essen, sondern auch das Trinken einstellt, kann dies zu Dehydrierung führen, was sich in trockenen Schleimhäuten oder einem schlechten Allgemeinzustand äußert.
- Erbrechen oder Durchfall: Begleitende Magen-Darm-Symptome wie Erbrechen oder Durchfall können sowohl Ursache als auch Folge von Appetitlosigkeit sein.
- Veränderungen im Verhalten: Eine kranke oder gestresste Katze kann sich ungewöhnlich verhalten, z.B. vermehrt verstecken oder aggressiver reagieren.
Wann zum Tierarzt?
Ein Tierarztbesuch sollte in Betracht gezogen werden, wenn die Appetitlosigkeit länger als 24 bis 48 Stunden anhält, insbesondere bei jungen Katzen oder solchen mit bestehender gesundheitlicher Vorbelastung. Katzen, die über einen längeren Zeitraum nicht essen, riskieren das Auftreten von Leberlipidose, einer potenziell lebensbedrohlichen Erkrankung.
Wenn die Appetitlosigkeit von weiteren ernsthaften Symptomen wie starkem Erbrechen, Durchfall, Lethargie oder offensichtlichen Schmerzen begleitet wird, ist ein sofortiger Tierarztbesuch notwendig. Auch wenn die Katze Anzeichen von Dehydrierung zeigt, wie z.B. eingefallene Augen oder klebrige Schleimhäute, muss schnell gehandelt werden.
Eine chronische Appetitlosigkeit, die mit fortschreitendem Gewichtsverlust oder anderen gesundheitlichen Beeinträchtigungen einhergeht, erfordert ebenfalls eine gründliche tierärztliche Untersuchung, um zugrunde liegende Probleme auszuschließen.
Symptomerkennung für den Tierhalter und tierärztliches diagnostisches Vorgehen
Für den Tierhalter ist es wichtig, die Fressgewohnheiten seiner Katze genau zu beobachten. Eine plötzliche Abneigung gegen Futter, veränderte Vorlieben oder eine vollständige Verweigerung der Nahrungsaufnahme sind klare Anzeichen dafür, dass etwas nicht stimmt.
Der Tierarzt wird zunächst eine gründliche Anamnese erheben, um die möglichen Ursachen einzugrenzen. Dazu gehört das Abfragen von Veränderungen in der Umgebung, der Ernährung und den allgemeinen Lebensumständen der Katze. Eine körperliche Untersuchung ist unerlässlich, um Anzeichen von Dehydrierung, Zahnerkrankungen oder andere physische Auffälligkeiten zu erkennen.
Je nach Verdacht können weitere diagnostische Maßnahmen wie Blutuntersuchungen, Röntgenbilder, Ultraschall oder das Testen auf Infektionskrankheiten notwendig sein. Diese Tests helfen, organische Ursachen auszuschließen oder zu bestätigen und den allgemeinen Gesundheitszustand der Katze zu beurteilen.
Was kann der Tierhalter tun und professionelle Therapieoptionen
Als erste Maßnahme kann der Tierhalter versuchen, der Katze besonders schmackhaftes und leicht verdauliches Futter anzubieten. Dazu gehören zum Beispiel spezielle Diätfuttermittel oder feuchte Nahrung, die oft besser akzeptiert wird als Trockenfutter.
Stressoren sollten so weit wie möglich reduziert werden. Ein ruhiger, sicherer Futterplatz ohne Ablenkungen kann helfen. Die Katze sollte nicht zum Essen gezwungen werden, da dies zusätzlichen Stress verursachen kann.
Es ist wichtig, die Flüssigkeitszufuhr sicherzustellen. Wenn die Katze nicht trinkt, kann es hilfreich sein, Wasser mit einer Spritze vorsichtig zuzuführen oder ihr eine Mischung aus Wasser und feuchtem Futter anzubieten.
Langfristige Lösungen hängen von der zugrunde liegenden Ursache ab. In Fällen, in denen medizinische Probleme diagnostiziert wurden, ist die Einhaltung des vom Tierarzt empfohlenen Behandlungsplans entscheidend. Das kann die Gabe von Medikamenten, spezielle Diäten oder andere therapeutische Maßnahmen umfassen.
Regelmäßige Nachuntersuchungen beim Tierarzt helfen, den Fortschritt zu überwachen und gegebenenfalls die Therapie anzupassen. Der Tierhalter sollte jede Veränderung im Verhalten oder im Gesundheitszustand seiner Katze genau beobachten und dokumentieren, um diese Informationen mit dem Tierarzt zu teilen.
Ausblick auf aktuelle Forschung
Die Erforschung von Appetitlosigkeit bei Katzen konzentriert sich zunehmend auf die Erkennung subtiler Verhaltensänderungen, die als frühe Indikatoren für ernste gesundheitliche Probleme dienen können. Forscher untersuchen, wie genetische Faktoren, Umweltbedingungen und individuelle Temperamentunterschiede das Essverhalten beeinflussen. Die Entwicklung von Technologien wie tragbaren Aktivitätstrackern und Futterautomaten, die das Fressverhalten überwachen, bietet neue Möglichkeiten, die Anzeichen von Anorexie frühzeitig zu erkennen und zu verstehen.
Eine interessante Forschungsrichtung befasst sich mit der Rolle von Neurotransmittern im Gehirn, die den Appetit regulieren. Studien zeigen, dass Veränderungen im Serotonin- und Dopaminsystem bei Katzen mit Appetitlosigkeit in Verbindung stehen können. Neue Medikamente, die auf diese Systeme abzielen, könnten zukünftig eine Behandlungsmöglichkeit für Katzen mit Anorexie darstellen.
Ein weiteres Forschungsgebiet untersucht den Einfluss von Stress und psychologischen Faktoren auf den Appetit von Katzen. Chronischer Stress, etwa durch Veränderungen in der häuslichen Umgebung oder Konflikte mit anderen Haustieren, kann zu einer Reduzierung des Appetits führen. Wissenschaftler arbeiten daran, Stressmarker im Blut zu identifizieren, die als Indikatoren für stressbedingte Appetitlosigkeit dienen könnten.
Darüber hinaus gibt es Fortschritte in der Untersuchung von Appetitstimulanzien. Phytochemische Verbindungen aus Pflanzen und synthetische Peptide werden darauf getestet, ob sie den Appetit bei Katzen auf sichere Weise anregen können. Solche Ansätze könnten insbesondere für ältere Katzen oder solche mit chronischen Erkrankungen von Bedeutung sein, bei denen eine erhöhte Kalorienaufnahme erforderlich ist.
Schließlich wird die Rolle der Mikrobiota im Darm als Einflussfaktor auf den Appetit immer mehr anerkannt. Studien legen nahe, dass ein unausgewogenes Mikrobiom das Fressverhalten und das allgemeine Wohlbefinden von Katzen negativ beeinflussen kann. Forscher untersuchen, wie Probiotika und Präbiotika zur Regulierung des Appetits beitragen können, indem sie die Darmgesundheit verbessern.