Home » Symptome » Bei Katzen » Erbrechen
Erbrechen bei Katzen
Wann zum Tierarzt?
Zeitnah innerhalb von 2-3 Tagen Tierarzt
ORANGE bei wiederholtem Erbrechen, Inappetenz >24 h, Dehydratation oder Bauchschmerz. ROT bei Blut, Kollaps, starker Lethargie oder Fremdkörperverdacht.
Sie sind sich unsicher, was Ihrem Tier fehlt? Nutzen Sie gerne unseren Symptom-Checker für mehr Klarheit
Definition
Erbrechen bei Katzen ist das aktive Ausstoßen von Mageninhalt durch den Mund. Es ist ein häufiges Symptom, das auf verschiedene zugrunde liegende Gesundheitsprobleme hinweisen kann.
Kann bei den folgenden Krankheiten auftreten:
- Überfunktion der Nebenschilddrüsen bei Katzen (Hyperparathyreoidismus)
- Akutes Nierenversagen bei Katzen (Akute Niereninsuffizienz, ANI)
- Alkoholvergiftung bei Katzen (Äthanolvergiftung)
- Lebensbedrohliche allergische Schockreaktion bei Katzen (Anaphylaxie)
- Vergiftung durch Amphetamine bei Katzen (Amphetamin-Intoxikation)
- Arsenvergiftung bei Katzen (Arsenintoxikation)
- Vergiftung durch Aspirin bei Katzen (Aspirinintoxikation)
- Aufnahme von Kot und unverdaulichen Fremdstoffen bei Katzen (Koprophagie und Pica)
- Darmerkrankung durch Clostridium perfringens bei Katzen (Clostridium perfringens Enteropathie)
- Bakterielle Darminfektion mit Salmonellen bei Katzen (Salmonellose)
- Infektion mit Escherichia-coli-Bakterien bei Katzen (Colibacillose)
- Bakterielle Entzündung des Nierenbeckens bei Katzen (Pyelonephritis)
- Bakterielle Infektion mit Leptospiren bei Katzen (Leptospirose)
- Bakterielle Infektion mit Yersinia pestis bei Katzen (Pest)
- Bakterielle Darminfektion mit Campylobacter-Arten bei Katzen (Campylobacteriose)
- Bakterielle Infektion mit Clostridium piliforme bei Katzen (Clostridium piliforme-Infektion)
- Bakterielle Infektion des Magens mit Helicobacter-Bakterien bei Katzen (Helicobacteriose)
- Entzündung des Bauchfells bei Katzen (Peritonitis)
- Entzündung des Bauchfells durch Galle bei Katzen (Gallige Peritonitis)
- Entzündung der Bauchspeicheldrüse bei Katzen (Pankreatitis)
- Bösartiger Drüsentumor der Bauchspeicheldrüse bei Katzen (Pankreatisches Adenokarzinom)
- Vergiftung durch Dibutylphthalat bei Katzen (Beeinträchtigung durch Dibutylphthalat)
- Erstickungszustand durch Sauerstoffmangel bei Katzen (Asphyxie)
- Störungen der Magen-Darm-Beweglichkeit bei Katzen (Gastrointestinale Motilitätsstörungen)
- Bleivergiftung bei Katzen (Plumbism)
- Bluthochdruck in der Lunge bei Katzen (Pulmonale Hypertonie)
- Akute Zerstörung roter Blutkörperchen nach Bluttransfusion bei Katzen (Akute hämolytische Transfusionsreaktion)
- Chronisch entzündliche Darmerkrankung bei Katzen (Inflammatory Bowel Disease, IBD)
- Chronische Entzündung der Leber bei Katzen (Chronische Hepatitis)
- Chronische Entzündung der Magenschleimhaut bei Katzen (Chronische Gastritis)
- Chronisches Nierenversagen bei Katzen (Chronische Niereninsuffizienz)
- Einstülpung eines Darmabschnittes bei Katzen (Darminvagination)
- Magen-Darm-Entzündung durch Astrovirus-Infektion bei Katzen (Gastroenteritis durch Astrovirus-Infektion)
- Magen-Darm-Entzündung durch Rotaviren bei Katzen (Rotaviren-Gastroenteritis)
- Darminfektion mit dem Coronavirus bei Katzen (Feline enterale Coronavirus-Infektion, FECV)
- Bösartiger Drüsentumor des Darmes bei Katzen (Adenokarzinom des Darmes)
- Tumor hormonbildender Zellen bei Katzen (Neuroendokriner Tumor, Apudom)
- Darmverschluss bei Katzen (Ileus)
- Darmverschluss durch Darmlähmung bei Katzen (Paralytischer Ileus)
- Lebensbedrohliches diabetisches Koma mit schwerer Austrocknung bei Katzen (Hyperosmolares diabetisches Koma)
- Krankhafte Erweiterung des Dickdarms bei Katzen (Megakolon)
- Bösartiger lymphatischer Tumor des Dünndarms bei Katzen (Felines Lymphom des Dünndarms)
- Eitrige Entzündung der Leber mit Abszessbildung bei Katzen (Eitrige Leberentzündung und Leberabszesse)
- Eiweißverlust über den Darm bei Katzen (Proteinverlust-Enteropathie)
- Entzündliche Erkrankung der Gallengänge und Leber bei Katzen (Cholangitis-Cholangiohepatitis-Syndrom)
- Entzündung der Magenschleimhaut bei Katzen (Gastritis)
- Fettlebererkrankung bei Katzen (Hepatische Lipidose)
- Flüssigkeitsansammlung im Herzbeutel bei Katzen (Perikarderguss)
- Erweiterung des Nierenbeckens durch Harnstau bei Katzen (Hydronephrose)
- Flüssigkeitsansammlung um die Niere bei Katzen (Perirenale Pseudozyste)
- Mangel an Verdauungsenzymen der Bauchspeicheldrüse bei Katzen (Exokrine Pankreasinsuffizienz, EPI)
- Allergische Reaktion auf Futtermittel bei Katzen (Futtermittelallergie)
- Entzündung der Gallenblase und Gallengänge bei Katzen (Cholezystitis und Cholangitis)
- Bösartiger Tumor der Gallengänge bei Katzen (Gallengangskarzinom)
- Gallensteine bei Katzen (Cholelithiasis)
- Bösartiger Tumor der Gebärmutter bei Katzen (Uterussarkom)
- Gebärmuttervereiterung bei Katzen (Pyometra)
- Angeborene Störung des Glykogenstoffwechsels bei Katzen (Glykogenosen)
- Harnsteinerkrankung durch Xanthinsteine bei Katzen (Xanthin-Urolithiasis)
- Harnsteinerkrankung bei Katzen (Urolithiasis)
- Entzündung des Herzbeutels mit Flüssigkeitsansammlung bei Katzen (Perikarditis und Perikarderguss)
- Herzwurmerkrankung von Herz und Gefäßen bei Katzen (Kardiovaskuläre Dirofilariose)
- Erhöhte Blutfettwerte bei Katzen (Hyperlipidämie)
- Anstieg harnpflichtiger Stoffe im Blut bei Katzen (Azotämie, Urämie)
- Vergiftung durch Ibuprofen bei Katzen (Ibuprofenvergiftung)
- Neuroendokrine Tumoren mit hormoneller Symptomatik bei Katzen (Karzinoidtumoren und Karzinoid-Syndrom)
- Infektion mit dem Felinen Parvovirus bei Katzen (Feline Panleukopenie, FPV)
- Bösartige Tumorerkrankung des lymphatischen Systems bei Katzen (Lymphom, Lymphosarkom)
- Bösartiger Tumor der glatten Muskulatur im Magen-Darm-Trakt bei Katzen (Leiomyosarkom im Magen-Darm-Trakt)
- Chronische Leukämie der lymphatischen Blutzellen bei Katzen (Chronische Lymphatische Leukämie, CLL)
- Knotige entzündliche Lebererkrankung bei Katzen (Granulomatöse Hepatitis)
- Lebererkrankung mit vakuolären Zellveränderungen bei Katzen (Vakuoläre Hepatopathie)
- Leberschädigende Giftstoffe bei Katzen (Hepatotoxine)
- Bösartiger Tumor der Leberzellen bei Katzen (Hepatozelluläres Karzinom)
- Gefäßfehlverbindung der Leber bei Katzen (Portosystemischer Shunt, intrahepatische arteriovenöse Malformation)
- Gutartiger Tumor der Leberzellen bei Katzen (Hepatozelluläres Adenom, Leberzelladenom)
- Akutes Leberversagen bei Katzen (Akute Leberinsuffizienz)
- Leistenbruch bei Katzen (Hernia inguinalis)
- Eosinophile Entzündung von Magen und Darm bei Katzen (Eosinophile Gastroenteritis)
- Magengeschwür und Zwölffingerdarmgeschwür bei Katzen (Ulcus ventrikuli und Ulcus duodeni)
- Parasitäre Mageninfektion mit Ollulanus-Würmern bei Katzen (Ollulanose)
- Magen-Darm-Entzündung durch Reoviren bei Katzen (Reovirus-Gastroenteritis)
- Mastzelltumoren des Magen-Darm-Traktes bei Katzen (Gastrointestinale Mastzelltumoren)
- Entzündung des Mittel- und Innenohres bei Katzen (Otitis media und Otitis interna)
- Unterfunktion der Nebennierenrinde bei Katzen (Hypoadrenokortizismus)
- Nabelbruch bei Katzen (Hernia umbilicalis)
- Natriummangel im Blut bei Katzen (Hyponatriämie)
- Tumor des Nebennierenmarks bei Katzen (Phäochromozytom)
- Lebensbedrohliche Störung durch erhöhten Serotoninspiegel bei Katzen (Serotonin-Syndrom)
- Entzündung der Nierenkörperchen bei Katzen (Glomerulonephritis)
- Erbliche Nierenerkrankung mit multiplen Zysten bei Katzen (Polyzystische Nierenerkrankung, PKD)
- Bösartiger Drüsentumor der Niere bei Katzen (Renales Adenokarzinom)
- Nierensteine bei Katzen (Nephrolithiasis)
- Vergrößerung der Nieren bei Katzen (Renomegalie)
- Parasitäre Darminfektion mit Kryptosporidien bei Katzen (Kryptosporidiose)
- Parasitäre Darminfektion mit Zwergfadenwürmern bei Katzen (Strongyloidiasis)
- Parasitäre Darminfektion mit Giardien bei Katzen (Giardiose)
- Parasitäre Darminfektion mit Hakenwürmern bei Katzen (Ankylostomiasis)
- Parasitäre Infektion mit Sarkozystis-Arten bei Katzen (Sarkozystose)
- Parasitäre Darminfektion mit Spulwürmern bei Katzen (Toxocarose, Toxocariasis)
- Durch Zecken übertragene Infektion mit Cytauxzoon-Arten bei Katzen (Cytauxzoonose)
- Bakterielle Infektion mit Anaplasma-Arten bei Katzen (Anaplasmose)
- Parasitäre Darminfektion mit Amöben bei Katzen (Feline Amöbiasis)
- Parasitäre Infektion mit dem Katzenleberegel bei Katzen (Opisthorchiasis)
- Parasitäre Magen-Darm-Infektion mit Physaloptera-Arten bei Katzen (Physalopterose)
- Pilzinfektion mit Candida-Hefen bei Katzen (Candidiasis)
- Ablagerung krankhafter Eiweißstoffe in Organen bei Katzen (Amyloidose)
- Amyloidablagerungen in der Leber bei Katzen (Hepatische Amyloidose)
- Reisekrankheit mit Übelkeit und Erbrechen bei Katzen (Kinetose)
- Schilddrüsenüberfunktion bei Katzen (Hyperthyreose)
- Vergiftung durch Metaldehyd bei Katzen (Metaldehydvergiftung)
- Diabetisches Koma mit Übersäuerung des Körpers bei Katzen (Ketoazidotisches Koma)
- Gleichgewichtsstörungen bei Katzen (Vestibulärsyndrom)
- Gutartiger Tumor der glatten Muskulatur bei Katzen (Leiomyom)
- Erhöhte Zahl eosinophiler Blutzellen im Blut bei Katzen (Hypereosinophiles Syndrom)
- Chronische Vernarbung der Leber bei Katzen (Leberzirrhose und Leberfibrose)
- Drehung der Milz bei Katzen (Milztorsion)
- Chronische Verdickung des Magenausgangs bei Katzen (Chronisch Hypertrophe Pylorus-Gastropathie, CHPG)
- Vergiftung durch Digoxin bei Katzen (Digoxinintoxikation)
- Vergiftung durch Erdölprodukte bei Katzen (Erdölprodukttoxikose)
- Vergiftung durch Permethrin bei Katzen (Permethrin-Intoxikation)
- Vergiftung durch Sagopalmen bei Katzen (Sagopalmvergiftung)
- Vergiftung durch Krötengift bei Katzen (Intoxikation durch Krötengift Bufotenin)
- Vergiftung durch muskelzitternauslösende Pilzgifte bei Katzen (Tremorgene Mykotoxine)
- Vitamin-A-Überversorgung bei Katzen (Hypervitaminose A)
- Vitamin-D-Überversorgung bei Katzen (Hypervitaminose D)
- Vergiftung durch Amitraz bei Katzen (Amitraz-Toxikose)
- Vergiftung durch Zinkphosphid bei Katzen (Toxikose durch Zinkphosphid)
- Vergiftung durch Deoxynivalenol-Pilzgifte bei Katzen (Deoxynivalenol-Mykotoxikose, DON)
- Vergiftung durch Organophosphat- und Carbamat-Insektizide bei Katzen (Organophosphat- und Carbamat-Intoxikation))
- Verschluss der Gallengänge bei Katzen (Gallengangsobstruktion)
- Verstopfung bei Katzen (Konstipation, Obstipation)
- Vergiftung durch Zink bei Katzen (Zinkintoxikation)
- Zuckerkrankheit bei Katzen (Diabetes mellitus)
- Zwerchfellbruch bei Katzen (Hernia diaphragmatica)
- Zwerchfellbruch im Bereich des Speiseröhrendurchtritts bei Katzen (Hiatushernie)
- Angeborene Verbindung zwischen Bauch- und Herzbeutelraum bei Katzen (Peritoneoperikardiale Zwerchfellhernie)
- Fremdkörper im Magen bei Katzen (Gastraler Fremdkörper)
- Haarballen im Magen-Darm-Trakt bei Katzen (Trichobezoare)
Grundlagen und mögliche Ursachen
Erbrechen ist ein Schutzmechanismus des Körpers, der darauf abzielt, schädliche oder irritierende Substanzen aus dem Magen zu entfernen. Es wird durch das Brechzentrum im Gehirn gesteuert, das auf verschiedene Reize reagiert. Bei Katzen kann Erbrechen durch eine Vielzahl von Ursachen ausgelöst werden, von harmlosen bis hin zu schwerwiegenden gesundheitlichen Problemen.
Eine häufige Ursache für Erbrechen bei Katzen ist das Fressen von Gras oder anderen unverdaulichen Materialien. Katzen fressen manchmal Gras, um das Erbrechen zu induzieren und so Haarballen oder andere nicht verdauungsfähige Substanzen auszuscheiden. Dies ist in der Regel kein Grund zur Sorge, solange es nicht häufig auftritt.
Erbrechen kann auch durch plötzliche Futterumstellungen oder den Verzehr von verdorbenem Futter verursacht werden. Katzen sind empfindlich gegenüber Veränderungen in ihrer Ernährung, und eine abrupte Umstellung kann das Verdauungssystem belasten. Ebenso können schimmeliges oder schlecht gelagertes Futter toxische Substanzen enthalten, die Erbrechen auslösen.
Eine weitere mögliche Ursache sind Infektionen, wie z.B. virale oder bakterielle Infektionen des Magen-Darm-Trakts. Diese können zu Entzündungen und Reizungen führen, die das Erbrechen fördern. Parasitärer Befall, wie z.B. durch Spulwürmer, kann ebenfalls Erbrechen verursachen, da die Parasiten den Magen-Darm-Trakt reizen.
Erkrankungen der inneren Organe, wie Leber- oder Nierenerkrankungen, können ebenso zu Erbrechen führen. Diese Erkrankungen beeinflussen den Stoffwechsel und die Entgiftungsprozesse des Körpers, was zu Ansammlungen von Toxinen führt, die Übelkeit und Erbrechen hervorrufen können.
Schließlich können auch Stress und Angstzustände bei Katzen Erbrechen auslösen. Stressfaktoren wie Umzüge, neue Haustiere oder Veränderungen in der häuslichen Umgebung können das Wohlbefinden der Katze beeinträchtigen und zu Verdauungsproblemen führen.
Typische Begleitsymptome
-
Appetitverlust: Katzen, die unter Erbrechen leiden, zeigen oft auch einen verminderten Appetit oder verweigern das Fressen ganz. Dies kann auf Übelkeit oder ein zugrunde liegendes Problem hinweisen.
-
Gewichtsverlust: Bei anhaltendem Erbrechen kann es zu Gewichtsverlust kommen, da die Katze nicht genügend Nährstoffe aufnimmt oder nicht in der Lage ist, sie zu verdauen.
-
Lethargie: Betroffene Katzen wirken oft müde und abgeschlagen. Sie zeigen weniger Interesse an ihrer Umgebung und ziehen sich zurück.
-
Dehydration: Erbrechen kann zu Flüssigkeitsverlust führen, was sich durch trockene Schleimhäute, eingefallene Augen und verminderte Hautelastizität bemerkbar macht.
-
Bauchschmerzen: Katzen mit Bauchschmerzen können sich häufig lecken, vermehrt miauen oder eine gekrümmte Körperhaltung einnehmen.
-
Durchfall: In einigen Fällen tritt Erbrechen zusammen mit Durchfall auf, was auf eine gastrointestinale Störung hindeuten kann.
-
Vermehrtes Speicheln: Übelkeit führt häufig zu vermehrtem Speichelfluss, da die Katze versucht, den unangenehmen Geschmack im Mund zu lindern.
Wann zum Tierarzt?
Ein Besuch beim Tierarzt ist unbedingt erforderlich, wenn das Erbrechen bei Ihrer Katze länger als 24 Stunden anhält oder wenn es mit anderen schweren Symptomen einhergeht, wie z.B. blutigem Erbrechen, starkem Durchfall, Lethargie oder Fieber. Diese Anzeichen könnten auf eine ernsthafte Erkrankung hinweisen, die sofortige Aufmerksamkeit erfordert.
Auch wenn Ihre Katze anhaltend erbricht oder das Erbrechen wiederkehrend ist, obwohl es nicht schwerwiegend erscheint, sollten Sie einen Tierarzt konsultieren. Chronisches Erbrechen kann auf eine zugrunde liegende Krankheit hinweisen, die eine spezifische Behandlung erfordert.
Wenn Sie bemerken, dass Ihre Katze ungewöhnliche Substanzen erbrochen hat, wie z.B. Fremdkörper, Pflanzenmaterial oder Parasiten, sollten Sie dies ebenfalls schnellstmöglich abklären lassen. Solche Fälle können auf Vergiftungen oder andere ernsthafte Gesundheitsprobleme hinweisen.
Symptomerkennung für den Tierhalter und tierärztliches diagnostisches Vorgehen
Als Tierhalter ist es wichtig, auf die Häufigkeit, den Zeitpunkt und den Inhalt des Erbrechens zu achten. Notieren Sie sich, ob das Erbrechen nach dem Fressen auftritt, ob unverdautes Futter oder Galle erbrochen wird und ob das Erbrechen von anderen Symptomen begleitet wird. Diese Informationen sind für den Tierarzt hilfreich, um eine Diagnose zu stellen.
Der Tierarzt wird eine gründliche Anamnese erstellen und eine körperliche Untersuchung Ihrer Katze durchführen. Hierbei wird er auf Anzeichen von Dehydration, Bauchschmerzen oder anderen körperlichen Auffälligkeiten achten. Je nach Verdacht können Blutuntersuchungen, Röntgenaufnahmen oder Ultraschalluntersuchungen erforderlich sein, um die Ursache des Erbrechens genauer zu bestimmen.
In einigen Fällen kann auch eine Kotuntersuchung notwendig sein, um auf Parasiten oder andere Anomalien zu testen. Wenn eine Lebensmittelallergie vermutet wird, könnte der Tierarzt eine spezielle Ausschlussdiät empfehlen, um mögliche Auslöser zu identifizieren.
Was kann der Tierhalter tun und professionelle Therapieoptionen
Wenn Ihre Katze erbricht, sollten Sie zunächst versuchen, sie zu beruhigen und ihr eine ruhige Umgebung zu bieten. Entfernen Sie vorübergehend das Futter, um den Magen zu schonen, und bieten Sie erst nach einigen Stunden kleine Mengen Wasser an, um die Flüssigkeitszufuhr sicherzustellen.
Beobachten Sie genau, ob sich der Zustand Ihrer Katze verbessert. Sollte sich das Erbrechen nicht von selbst legen oder sich die Symptome verschlimmern, suchen Sie umgehend tierärztliche Hilfe auf. Vermeiden Sie es, Ihrer Katze eigenmächtig Medikamente zu verabreichen, es sei denn, der Tierarzt hat dies ausdrücklich empfohlen.
Um zukünftiges Erbrechen zu verhindern, achten Sie darauf, plötzliche Futterwechsel zu vermeiden und Ihrer Katze qualitativ hochwertiges Futter anzubieten. Stellen Sie sicher, dass Ihr Haustier keinen Zugang zu potenziell schädlichen Substanzen hat, wie z.B. Haushaltschemikalien oder giftigen Pflanzen.
Ausblick auf aktuelle Forschung
In den letzten Jahren hat die veterinärmedizinische Forschung erhebliche Fortschritte im Verständnis der Mechanismen gemacht, die Erbrechen bei Katzen auslösen. Wissenschaftler konzentrieren sich zunehmend auf die Rolle des Magen-Darm-Trakts und der neurologischen Signalwege, die das Erbrechen steuern. Es wurde festgestellt, dass das zentrale Nervensystem, insbesondere das Brechzentrum im Gehirn, eine Schlüsselrolle spielt. Neueste Studien untersuchen die Interaktion zwischen dem enterischen Nervensystem und dem Zentralnervensystem, um zu verstehen, wie Reize im Magen-Darm-Trakt zu einer Erbrechensreaktion führen.
Ein weiteres spannendes Forschungsgebiet ist die Rolle von Entzündungsmediatoren und deren Einfluss auf das Erbrechen. Forscher versuchen, entzündliche Prozesse im Magen und Darm genauer zu charakterisieren, um zu verstehen, wie sie das Brechzentrum aktivieren können. Einige Studien legen nahe, dass bestimmte Zytokine und Entzündungsmediatoren als Auslöser für chronisches Erbrechen wirken könnten. Diese Erkenntnisse könnten in Zukunft zu neuen Behandlungsansätzen führen, die spezifisch auf entzündliche Prozesse abzielen.
Die genetische Komponente des Erbrechens wird ebenfalls untersucht. Es gibt Hinweise darauf, dass bestimmte Rassen anfälliger für Erbrechen sein könnten, was auf genetische Prädispositionen hinweist. Genomstudien könnten Aufschluss darüber geben, welche genetischen Marker mit einer erhöhten Anfälligkeit für Erbrechen bei Katzen in Verbindung stehen. Dies könnte langfristig zu verbesserten Präventionsstrategien führen, die auf genetische Risiken abzielen.
Eine weitere vielversprechende Forschungsrichtung ist die Entwicklung neuer diagnostischer Werkzeuge, die es Tierärzten ermöglichen, die Ursache des Erbrechens schneller und präziser zu identifizieren. Fortschritte in der bildgebenden Diagnostik, wie z.B. der Einsatz fortschrittlicher Ultraschall- und Endoskopietechniken, verbessern die Fähigkeit, strukturelle Anomalien im Magen-Darm-Trakt zu erkennen. Zudem werden neue Blutmarker erforscht, die spezifische Ursachen des Erbrechens identifizieren könnten, was zu einer gezielteren Therapie führt.
Schließlich wird auch die Rolle der Ernährung bei der Prävention und Behandlung von Erbrechen erforscht. Studien zeigen, dass die Zusammensetzung der Nahrung einen erheblichen Einfluss auf die Magen-Darm-Gesundheit und somit auf die Neigung zum Erbrechen haben kann. Forscher entwickeln spezielle Diäten, die darauf abzielen, den Magen-Darm-Trakt zu beruhigen und das Risiko von Erbrechen zu verringern. Diese Diäten könnten in Zukunft eine wichtige Rolle in der Prävention und Behandlung von Erbrechen bei Katzen spielen.