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Fehlgeburt bei Hunden (Abort)
- Synonyme: Verwerfen, Totgeburt, Abortus
- Vorkommen: häufig
- Krankheitsort: Bauch/Becken
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Definition
Ein Abort (Fehlgeburt) bei einer Hündin ist der Verlust der Welpen vor Erreichen der Lebensfähigkeit. Die Trächtigkeit wird vorzeitig unterbrochen. Ein vorzeitiges Ende der Trächtigkeit kann jederzeit eintreten. Endet die Trächtigkeit in der Frühphase, kommt es meist zur Fruchtresorption. Endet die Trächtigkeit nach dem 30. Tag, spricht man von einem Abort. Die Welpen werden tot geboren oder sterben in der späten Trächtigkeit teilweise lebend, aber kurz nach der Geburt. Insgesamt ist ein Abort bei der Hündin eher selten.
Das Wichtigste auf einen Blick
Eine Fehlgeburt bei der Hündin kann viele Ursachen haben, darunter Infektionen (z. B. Brucella canis), hormonelle Dysbalancen (z. B. Progesteronmangel) sowie anatomische und erbliche Faktoren. Neuere Forschung legt den Fokus auf verbesserte Diagnostik mittels PCR, engmaschige Hormonüberwachung und Prävention (etwa durch Hygienemaßnahmen und Gesundheitschecks beider Elterntiere vor dem Decken). Bei Anzeichen eines drohenden Aborts ist eine schnelle tierärztliche Abklärung entscheidend. Ein Online-Symptom-Checker wie petsvetcheck.de kann erste Hinweise liefern, ersetzt jedoch keine klinische Diagnostik. Mit einer zeitnahen und zielgerichteten Therapie kann die Hündin vielfach weiterhin erfolgreich fortpflanzungsfähig bleiben.
Ursachen
- Bakterielle oder virale Infektionen
- Hormonelle Imbalancen
- Genetische Defekte der Föten
- Toxische Exposition
- Ernährungsmängel
- Infektiöse Ursachen
-
- Bakterien:
- Brucella canis (bakterielle Brucellose) ist eine der bekanntesten Ursachen von Aborten. Sie ist zudem eine Zoonose (übertragbar auf den Menschen).
- Escherichia coli, Streptococcus-Spezies, Staphylococcus-Spezies oder andere Erreger können ebenfalls beteiligt sein.
- Virale Erreger:
- Canines Herpesvirus (CHV-1): Häufig für neonatale Todesfälle bei Welpen verantwortlich, kann jedoch auch zu Spätaborten führen.
- Weitere Viren wie Parvovirus (allerdings seltener als bei ungeimpften Hündinnen) können ebenfalls eine Rolle spielen.
- Protozoen & Parasiten:
- Seltener, z. B. Neospora caninum oder Toxoplasmose (häufiger bei Katzen, aber in seltenen Fällen auch beim Hund möglich).
- Bakterien:
- Hormonelle und endokrine Störungen
-
- Progesteronmangel: Progesteron ist essenziell für die Erhaltung der Trächtigkeit.
- Schilddrüsenfunktionsstörungen (Hypothyreose) werden als mögliche Mitursache diskutiert.
- Genetische und anatomische Ursachen
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- Angeborene Fehlbildungen der Gebärmutter, z. B. Deformitäten im Inneren der Gebärmutter (Septen, Divertikel), können das Abortrisiko erhöhen.
- Erblich bedingte Anomalien der Embryonen oder chromosomale Defekte bei Elterntieren.
- Umwelt- und Managementfaktoren
- Immunsystem und Autoimmunprozesse
-
- In seltenen Fällen können Autoimmunerkrankungen eine Rolle spielen.
Symptome
Die klinischen Anzeichen eines Abortes variieren je nach Trächtigkeitsstadium und Ursache:
Bei frühen Aborten können die Symptome minimal ausfallen oder gänzlich fehlen, da die Embryonen häufig resorbiert werden. Die Hündin zeigt möglicherweise nur einen kurzen vaginalen Ausfluss oder Verhaltensänderungen. Bei späten Aborten kommt es zum Ausstoßen der Feten, begleitet von Wehen und Bauchpressen. Der vaginale Ausfluss kann serös, blutig oder eitrig sein, je nach Ursache.
Systemische Symptome wie Fieber, Lethargie, Inappetenz und Dehydratation können auftreten, insbesondere bei infektiösen Ursachen. Bei unvollständigem Abort, wenn Teile der Plazenta oder Feten zurückbleiben, kann sich eine Metritis (Gebärmutterentzündung) entwickeln, die zu septischem Schock führen kann.
Verhaltensänderungen wie Nestbauverhalten, Unruhe oder übermäßiges Lecken im Genitalbereich können beobachtet werden. Nach einem Abort kann die Hündin eine Pseudolaktation entwickeln, bei der die Milchdrüsen anschwellen und Milch produzieren.
Diagnose
- Klinische Untersuchung und Anamnese
- Ultraschalluntersuchung zur Überprüfung des Zustands der Trächtigkeit
- Bluttests zur Identifizierung von Infektionen oder hormonellen Störungen
- PCR-Tests (Polymerase-Kettenreaktion) ermöglichen eine schnelle und präzise Identifikation von Infektionserregern wie Brucella canis oder dem Canines Herpesvirus.
- Serologische Tests (z. B. Antikörpernachweise) sind nach wie vor der Standard, um Infektionen zu bestätigen.
- Untersuchung des Abortmaterials, sofern verfügbar, zur Feststellung der Ursache
- Hochauflösende Ultraschalluntersuchungen ermöglichen eine frühe Erkennung von Entwicklungsstörungen beim Fötus und können Hinweise auf drohende Aborte liefern (z. B. fehlender Herzschlag, Abnahme der Fruchtwassermenge).
Therapie
- Behandlung zugrunde liegender infektiöser Ursachen mit Antibiotika oder antiviralen Medikamenten
- Hormonelle Therapie bei festgestellten Imbalancen
- Unterstützende Pflege für die Hündin, einschließlich Flüssigkeitstherapie und Ernährungsunterstützung
- Bei toxischer Exposition Entgiftungsmaßnahmen
- Hormonmanagement
- In aktuellen Studien werden Ansätze evaluiert, bei Progesteronmangel externes Progesteron zuzuführen. Hierbei muss jedoch das Risiko von Nebenwirkungen (z. B. Gallenstase, Gebärmutterentzündung) abgewogen werden.
- Engmaschige Überwachung des Progesteronspiegels kann drohende Aborte rechtzeitig aufdecken.
- Zuchthygiene und Zuchtmanagement
- Strikte Zuchtauswahl und Tests auf genetische Erkrankungen in den jeweiligen Rassen.
- Der Trend zur engeren Zusammenarbeit zwischen Laboren, Tierärzt:innen und Züchter:innen führt zu einer früheren Erkennung von Risikofaktoren.
- Multimodale Behandlung
- Falls ein Abort droht, setzen Tierärzt:innen je nach Ursache Medikamente (Antibiotika, Progesteronpräparate, Immunmodulatoren) ein.
- Es gibt neue Studien zur Unterstützung der Trächtigkeit durch die Kombination von Mikronährstoffen (z. B. Antioxidantien, Omega-3-Fettsäuren) – allerdings ist die Wirksamkeit teilweise noch Gegenstand der Forschung.
- Präventionsstrategien
- Die Vakzinierung gegen Canines Herpesvirus wird teilweise im Zuchtbereich diskutiert, wobei in Deutschland noch keine flächendeckende Standardimpfung etabliert ist.
- Strenge Hygiene und Kontrolle bei Zuchthunden: regelmäßige Untersuchungen auf Brucella canis.
- Genaue Deckplanung mit vorheriger Untersuchung der Progesteronwerte sowie Gesundheitschecks beider Elterntiere minimiert das Risiko hormonbedingter Aborte und vermeidbarer Infektionen.
Prognose und Nachsorge
- Die Prognose hängt von der Ursache des Aborts und dem allgemeinen Gesundheitszustand der Hündin ab. Sie ist im Allgemeinen gut. Die Hündin erholt sich häufig ohne weitere Komplikationen. Auch bei einem pathologischen Hintergrund können viele Hündinnen mit angemessener Behandlung und Pflege in Zukunft eine normale Trächtigkeit haben.
- Bei wiederholten Aborten (v. a. wenn sie in später Trächtigkeit auftreten) sollte intensiv nach Grunderkrankungen oder genetischen Faktoren gesucht werden.
- Nach einem Abort ist es wichtig, die Gebärmutter und das Allgemeinbefinden zu kontrollieren, um Folgeschäden (z. B. Endometritis) zu verhindern.
Prävention
Die Prävention von Aborten bei Hündinnen beginnt bereits vor der Bedeckung. Eine gründliche tierärztliche Untersuchung, die Überprüfung des Impfstatus und die Entwurmung sind wichtig, um Infektionen zu vermeiden. Zuchttiere sollten auf erblich bedingte Erkrankungen und hormonelle Störungen getestet werden. Während der Trächtigkeit ist Stress zu minimieren und die Hündin vor Verletzungen zu schützen. Der Kontakt mit infizierten Tieren, insbesondere bei Brucellose oder beim caninen Herpesvirus, ist strikt zu vermeiden. Hochwertige, trächtigkeitsspezifische Ernährung und eine saubere, ruhige Umgebung fördern eine stabile Schwangerschaft. Regelmäßige Ultraschallkontrollen helfen, Probleme frühzeitig zu erkennen und gegenzusteuern.
Ausblick auf aktuelle Forschung
Die Forschung im Bereich reproduktiver Störungen bei Haustieren konzentriert sich zunehmend auf molekulare und genetische Faktoren, die zu Aborten führen können. Neue diagnostische Methoden wie Next-Generation-Sequencing ermöglichen die Identifikation bisher unbekannter Pathogene und genetischer Defekte. Die Entwicklung spezifischer immunologischer Tests könnte künftig eine frühzeitige Erkennung von Risikofaktoren für Aborte ermöglichen.
Häufig gestellte Fragen (FAQs)
1. Woran erkenne ich, dass meine Hündin einen Abort hat?
2. Wie wird ein Abort bei der Hündin tierärztlich diagnostiziert?
3. Was sind die häufigsten Ursachen für eine Fehlgeburt beim Hund?
4. Kann ich einer Fehlgeburt bei meiner Hündin vorbeugen?
5. Ist eine Hündin nach einer Fehlgeburt dauerhaft unfruchtbar?
6. Was kann ich tun, wenn ich bei meiner tragenden Hündin ungewöhnlichen Ausfluss oder Unruhe bemerke?
7. Können Infektionserreger, die einen Abort verursachen, auf den Menschen übertragen werden?
8. Welche Rolle spielt der Progesteronspiegel für den Erhalt der Trächtigkeit?
9. Ist eine Behandlung bei drohendem Abort immer möglich?
10. Wie geht man nach einem Abort bei der Hündin weiter vor?
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