Geburt und Geburtsschwierigkeit

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Katzenwelpe durch Kaiserschnitt geboren

Geburt
Die Geburt ist der physiologische Vorgang des Austreibens von Welpen und Nachgeburt durch Wehentätigkeit. Sie wird zum Notfall, wenn Geburtsstillstand, starke Blutungen, anhaltende Presswehen ohne Welpe oder deutliche Schwäche der Hündin auftreten. Komplikationen können Mutter und Welpen akut gefährden.

Hunde- und auch Katzenwelpen werden 58 bis 67 Tage, in seltenen Fällen bis zu 72 Tage nach der Paarung geboren. In ca. 3 bis 6 % der Geburten kommt es zu Geburtsschwierigkeiten (Dystokie), und ein Kaiserschnitt ist häufig notwendig. Es ist sinnvoll, bereits vor einem zu erwartenden Geburtstermin Ihre Katze oder Ihren Hund einem Tierarzt vorzustellen. Bei einem solchen Termin nach dem 50. Tag der Trächtigkeit kann mithilfe einer Röntgenaufnahme festgestellt werden, wie viele Welpen erwartet werden. Geburtsschwierigkeiten (Dystokie) bei Hunden und Katzen bezeichnen alle Zustände, die den normalen Ablauf einer Geburt behindern oder unmöglich machen. Die normale Geburt (Eutokie) verläuft in drei Phasen: der Öffnungsphase, der Austreibungsphase und der Nachgeburtsphase. Die Trächtigkeitsdauer beträgt bei Hündinnen und Katzen zwischen 58 und 67 Tagen, in seltenen Fällen bis zu 72 Tage nach der Paarung. Bei etwa 3–6 % aller Geburten treten Komplikationen auf, die tierärztliche Hilfe erfordern. Bei bestimmten Rassen kann diese Rate deutlich höher liegen. So sind beispielsweise bei brachyzephalen (kurzköpfigen) Hunderassen wie Französischen Bulldoggen oder Möpsen Geburtsschwierigkeiten mit einer Häufigkeit von bis zu 80 % keine Seltenheit. Bei Devon-Rex-Katzen liegt die Rate bei etwa 18%. Die rechtzeitige Erkennung und Behandlung von Geburtsschwierigkeiten ist entscheidend für das Überleben der Mutter und ihrer Welpen oder Kätzchen.

Symptome

Geburtsschwierigkeit (Dystokie) bei Hund und Katze

Typische Symptome:

  • Pressen ohne Welpe/Kätzchen, Unruhe, Hecheln
  • Lange Pausen zwischen Geburten, erschöpfte Mutter
  • Schwacher/fehlender Pressdrang trotz bekannter Trächtigkeit

Alarmzeichen:

  • Starkes Pressen > 20–30 Min ohne Fortschritt
  • > 2 Stunden zwischen Jungtieren bei weiterem Nachwuchs erwartet
  • Grüner/schwarzer Ausfluss vor erstem Jungtier (Plazentaablösung-Verdacht)
  • Blutung stark, Kollaps, Fieber (über 39,5 °C), extreme Schmerzen
  • Welpe/Kätzchen sichtbar, steckt fest

Eskalation/Verlauf:

  • Zunehmende Erschöpfung, Teilnahmslosigkeit → Uterusatonie, Fetaltod-Risiko
  • Langer Geburtsverlauf (> 12–24 h) → Sepsis/Metritis-Risiko steigt
  • Nach scheinbarer Pause plötzlich Apathie/Schockzeichen → hochkritisch

 

Wenn die Wehen häufig, regelmäßig und stark sind und in 15 bis 30 Minuten kein Welpe geboren wird, oder wenn bei wechselnder Wehentätigkeit nach 2 Stunden kein Welpe geboren wurde, liegt wahrscheinlich eine Geburtsstörung vor. Die Hündin oder die Katze sollte zu einem Tierarzt gebracht werden. Besondere Aufmerksamkeit ist geboten, wenn ein Welpe teilweise im Geburtskanal sichtbar ist, aber nicht weiter vorrückt. Ein dunkelgrüner Vaginalausfluss (Lochia) vor dem ersten Welpen ist normal und zeigt die beginnende Ablösung der Plazenta an. Diesem Ausfluss sollte innerhalb der nächsten 5 bis 10 Minuten der erste Welpe folgen. Starke Blutungen erfordern jedoch eine sofortige tierärztliche Untersuchung, da sie auf eine Verletzung der Gebärmutter hindeuten können. Bei Katzen kann sich die gesamte Geburt aller Welpen bis zu 24 Stunden hinziehen. Bei manchen, insbesondere jungen Hündinnen oder auch bei Katzen, kann es zu einem gefährlichen Kalziummangel im Blut und dadurch zu einer lebensgefährlichen, als Eklampsie bezeichneten Stoffwechselstörung kommen (—>Eklampsie). Symptome einer Eklampsie sind Muskelzittern, Schwierigkeiten beim Gehen, Koordinationsstörungen und im fortgeschrittenen Stadium Krämpfe. In diesen Fällen ist eine sofortige tierärztliche Versorgung notwendig.

Bei Katzen kann sich die gesamte Geburt aller Kätzchen über einen Zeitraum von bis zu 24 Stunden erstrecken, mit längeren Pausen zwischen den einzelnen Geburten. Dies ist nicht ungewöhnlich und nicht zwangsläufig ein Zeichen für Komplikationen.

Erste Hilfe

  1. Bereiten Sie einen sauberen, warmen und leicht zu reinigenden Bereich für die Geburt vor. Welpenschienen an den Rändern von Wurfkisten sind Lebensretter für Welpen.
  2. Überprüfen Sie die Mutter häufig, ohne den Prozess zu stören. Wiederholte Unterbrechungen verzögern nur die Geburt.
  3. Wenn ein Welpe im Geburtskanal sichtbar ist und festsitzt, fassen Sie die Füße vorsichtig mit einem sauberen Tuch und versuchen Sie, die Geburt des Welpen durch leichtes Ziehen synchron mit einer Wehe zu unterstützen.
  4. Ziehen Sie nicht am Kopf. Wenn der Welpe nicht leicht herauskommt, bringen Sie Ihr Tier zu einem Tierarzt.
  5. Wenn der Welpe geboren wird, ist er in der Regel noch von den Eihäuten bedeckt. Wenn die Mutter diese nicht unmittelbar selbst entfernt, öffnen Sie diese in der Kopfregion des Welpen, sodass er atmen kann.
  6. Wenn die Mutter die Nabelschnur nicht durchbeißt und entfernt, binden Sie diese mit einem Stück Schnur oder Zahnseide einige Zentimeter vom Bauch des Welpen selbst ab. Durchtrennen Sie die Nabelschnur dann mit einer Schere, ein Stück von der Abbindestelle nach außen entfernt.
  7. Tragen Sie 2%ige Jodtinktur auf den gesamten Nabel auf (kaufen Sie diese vorher, nur für den Fall).
  8. Halten Sie die Welpen warm. Es ist am besten, sie bei ihrer Mutter zu lassen.
  9. Manchmal bleibt die Mutter nicht bei den Welpen. Benutzen Sie eine Wärmeflasche oder ein regelbares Heizkissen, jedoch auf keinen Fall einen Rotlichtstrahler.
  10. Je weniger Sie sich mit der Mutter befassen, umso eher wird sie bei ihren Welpen bleiben.
  11. Ermöglichen Sie den Welpen, sich von der Wärmequelle zu entfernen.

Was Sie nicht tun sollten

  1. Greifen Sie nicht in den Geburtskanal. Sie könnten Keime eintragen und eine Infektion hervorrufen.
  2. Holen Sie keine Welpen gewaltsam aus dem Geburtskanal. Das könnte zu Verletzungen an der Gebärmutter und zu starken Blutungen führen. In dieser Region liegen große Blutgefäße, sodass Ihr Tier verbluten könnte.
  3. Ziehen Sie nicht am Kopf oder an der Nabelschnur des Welpen.
  4. Heben Sie nicht den Welpen an der Nabelschnur hoch.
  5. Stören Sie die Mutter nicht. Besonders junge Tiere müssen den Kontakt zu ihren Welpen erst aufbauen. Überlassen Sie die Mutter mit ihren Welpen sich selbst und beobachten Sie das Geschehen nur aus einiger Entfernung.
  6. Verbieten Sie der Mutter nicht, die Nachgeburten aufzufressen. Doch achten Sie darauf, dass die Anzahl der Nachgeburten mit der Anzahl der geborenen Welpen übereinstimmt.

Geht die Geburt nicht voran oder steckt ein Welpe im Geburtskanal fest, packen Sie die Welpen warm ein (Wärmflasche) und stellen Sie die Mutter einem Tierarzt vor.
Unter Umständen ist ein Kaiserschnitt notwendig.
Nach der Geburt
Sollte es der Hündin oder der Katze nach der Geburt schlecht gehen oder sich ihr Zustand allmählich verschlechtern, stellen Sie Ihr Tier einem Tierarzt vor. Es könnte sich noch ein Welpe oder eine Nachgeburt in der Gebärmutter befinden.
Blutig-brauner Ausfluss darf noch für längere Zeit bestehen. Er darf jedoch nicht eitrig werden. Dann stellen Sie Ihr Tier einem Tierarzt vor.
Auch nachlassende Milchbildung kann ein Zeichen für behandlungsbedürftige Störungen sein.
Weiterführende Maßnahmen
Der Tierarzt kann den Zustand innerhalb eines Geburtsprozesses und mögliche Gründe für eine Störung im Geburtsablauf optimal beurteilen.
Meist empfiehlt sich auch eine radiologische Untersuchung.
Abhängig von der konkreten Situation wird abwartend, medikamentös unterstützend oder chirurgisch einzugreifen sein.

Wann eher zum Tierarzt?

→ Rot bei starker Blutung, Kollaps, starkem Pressen ohne Fortschritt, grün-schwarzem Ausfluss ohne Geburt oder Welpe/Kätzchen steckt fest.

Ursachen

Die Ursachen für Geburtsschwierigkeiten lassen sich in maternale (mütterliche) und fetale (den Fetus betreffende) Faktoren unterteilen:

Maternale Faktoren umfassen primäre und sekundäre Wehenschwäche, anatomische Anomalien des Geburtskanals, Torsion oder Ruptur der Gebärmutter sowie systemische Erkrankungen der Mutter. Eine primäre Wehenschwäche kann durch Kalziummangel (Hypokalzämie), hormonelle Störungen oder genetische Prädisposition bedingt sein. Sekundäre Wehenschwäche entsteht durch Erschöpfung der Gebärmuttermuskulatur nach längerer erfolgloser Wehentätigkeit. Besonders bei brachyzephalen Rassen kommt es häufig zu einem Missverhältnis zwischen dem Kopfumfang der Welpen und dem mütterlichen Becken. Auch Einlingsträchtigkeiten oder sehr wenige Früchte erhöhen das Risiko einer Schwergeburt deutlich, da hier oft überdurchschnittlich große Welpen heranwachsen.

Fetale Faktoren beinhalten Fehllagen, Fehlhaltungen oder Fehlstellungen der Welpen, übermäßige Größe der Welpen im Verhältnis zum Geburtskanal sowie Missbildungen oder den Tod der Welpen im Mutterleib. Eine häufige Fehllage ist die Querlage, bei der der Welpe quer zur Gebärmutterachse liegt und nicht in den Geburtskanal eintreten kann. Fehlhaltungen wie abgewinkelte Gliedmaßen oder ein zurückgebogener Kopf können ebenfalls den Geburtsvorgang blockieren.

Zusätzlich spielen Faktoren wie das Alter der Mutter (sehr junge oder ältere Tiere haben ein höheres Risiko), Übergewicht, mangelnde körperliche Fitness und frühere Geburtskomplikationen eine wichtige Rolle bei der Entstehung von Geburtsschwierigkeiten.

Diagnose

Die Diagnose von Geburtsschwierigkeiten beginnt mit einer gründlichen Anamnese und klinischen Untersuchung durch den Tierarzt. Wichtige Informationen sind der Zeitpunkt der Paarung, der Verlauf der Trächtigkeit, frühere Geburten und deren Komplikationen sowie der bisherige Geburtsverlauf.

Bei der klinischen Untersuchung werden Vitalparameter wie Temperatur, Puls und Atmung überprüft. Eine vaginale Untersuchung kann Aufschluss über den Öffnungszustand des Geburtskanals und mögliche Hindernisse geben. Diese Untersuchung muss unter streng sterilen Bedingungen erfolgen, um Infektionen zu vermeiden.

Bildgebende Verfahren spielen eine zentrale Rolle in der Diagnostik. Eine Röntgenuntersuchung ermöglicht die Zählung der verbliebenen Welpen, die Beurteilung ihrer Größe und Position sowie die Erkennung von Fehlbildungen oder bereits verstorbenen Welpen. Idealerweise sollte bereits vor dem erwarteten Geburtstermin, etwa ab dem 50. Tag der Trächtigkeit, eine Röntgenaufnahme angefertigt werden, um die Anzahl der zu erwartenden Welpen festzustellen.

Die Ultraschalluntersuchung liefert wertvolle Informationen über die Vitalität der Welpen durch Beurteilung der fetalen Herzfrequenz. Eine Herzfrequenz unter 180 Schlägen pro Minute bei Hundewelpen oder unter 200 Schlägen pro Minute bei Katzenwelpen deutet auf fetalen Stress hin und kann eine Indikation für einen Notfall-Kaiserschnitt sein. Zudem kann der Ultraschall Aufschluss über die Plazentadurchblutung und mögliche Ablösungen geben.

Laboruntersuchungen, insbesondere die Bestimmung des Kalziumspiegels im Blut, sind wichtig, um eine Hypokalzämie als Ursache für Wehenschwäche auszuschließen. Auch andere Parameter wie Glukose, Elektrolyte und Blutbild können hilfreich sein, um den Allgemeinzustand der Mutter zu beurteilen.

Bei Verdacht auf eine Infektion der Gebärmutter (Metritis) kann eine bakteriologische Untersuchung des Vaginalausflusses durchgeführt werden, um den Erreger zu identifizieren und eine gezielte Antibiotikatherapie einzuleiten.

Weitere tieräztliche Maßnahmen

Die Behandlung von Geburtsschwierigkeiten richtet sich nach der Ursache und dem Schweregrad der Komplikation. Grundsätzlich stehen konservative und chirurgische Therapieoptionen zur Verfügung.

Bei primärer Wehenschwäche durch Kalziummangel kann die intravenöse Gabe von Kalziumlösungen die Wehentätigkeit verbessern. Dies muss unter tierärztlicher Überwachung erfolgen, da eine zu schnelle Infusion zu Herzrhythmusstörungen führen kann. Wehenfördernde Medikamente wie Oxytocin können bei sekundärer Wehenschwäche eingesetzt werden, allerdings nur, wenn sichergestellt ist, dass kein mechanisches Hindernis vorliegt. Die Dosierung muss sorgfältig angepasst werden, um eine Überstimulation der Gebärmutter zu vermeiden.

Bei Fehllagen oder -haltungen der Welpen kann eine manuelle Geburtshilfe durch den Tierarzt versucht werden. Dabei werden die Welpen vorsichtig in die richtige Position gebracht und behutsam durch den Geburtskanal gezogen. Dies erfordert viel Erfahrung und muss unter sterilen Bedingungen erfolgen, um Verletzungen und Infektionen zu vermeiden.

Ein Kaiserschnitt (Sectio caesarea) ist indiziert, wenn die konservativen Maßnahmen nicht erfolgreich sind, bei absoluten Geburtshindernissen wie zu großen Welpen oder Beckenanomalien, bei Torsion oder Ruptur der Gebärmutter sowie bei deutlichen Anzeichen von fetalem Stress. Bei bestimmten Rassen wie Französischen Bulldoggen oder Möpsen wird oft ein elektiver Kaiserschnitt geplant, um Komplikationen vorzubeugen.

Die Entscheidung für einen Kaiserschnitt sollte nicht zu lange hinausgezögert werden, da die Überlebenschancen für Mutter und Welpen mit zunehmender Dauer der Geburtsstörung sinken. Moderne Anästhesieverfahren ermöglichen eine sichere Durchführung des Eingriffs mit minimalen Risiken für die Neugeborenen.

Nach einem Kaiserschnitt ist eine sorgfältige Überwachung der Mutter notwendig, insbesondere hinsichtlich Nachblutungen und Infektionen. Die Welpen müssen warm gehalten und zum Säugen an die Mutter angelegt werden, sobald diese aus der Narkose erwacht ist.

Prognose und Nachsorge

Die Prognose bei Geburtsschwierigkeiten hängt maßgeblich von der frühzeitigen Erkennung und Behandlung ab. Bei rechtzeitigem Eingreifen ist die Prognose für die Mutter in der Regel gut. Die Überlebensrate der Welpen kann jedoch je nach Dauer der Komplikationen und Art der Geburtsstörung variieren.

Nach der Geburt ist eine sorgfältige Nachsorge entscheidend. Die Mutter sollte regelmäßig auf Anzeichen von Nachblutungen, Infektionen oder Milchstau untersucht werden. Ein blutig-brauner Ausfluss (Lochia) ist in den ersten Tagen nach der Geburt normal, sollte aber nicht eitrig werden oder übel riechen. Die Körpertemperatur sollte täglich kontrolliert werden, da Fieber auf eine Gebärmutterentzündung (Metritis) oder Milchdrüsenentzündung (Mastitis) hindeuten kann.

Es ist wichtig, sicherzustellen, dass alle Nachgeburten ausgestoßen wurden. Die Anzahl der Nachgeburten sollte mit der Anzahl der geborenen Welpen übereinstimmen. Verbleibende Nachgeburten können zu Infektionen führen und müssen gegebenenfalls medikamentös oder chirurgisch entfernt werden.

Die Milchproduktion der Mutter sollte überwacht werden. Nachlassende Milchbildung kann ein Zeichen für behandlungsbedürftige Störungen sein. Bei unzureichender Milchproduktion muss gegebenenfalls mit Milchaustauschpräparaten zugefüttert werden.

Die Welpen müssen regelmäßig gewogen werden, um sicherzustellen, dass sie ausreichend Nahrung erhalten und gedeihen. Ein gesunder Welpe sollte täglich an Gewicht zunehmen. Stagnation oder Gewichtsverlust sind Warnsignale, die tierärztliche Aufmerksamkeit erfordern.

Nach einem Kaiserschnitt ist besondere Sorgfalt geboten. Die Operationswunde muss auf Anzeichen von Infektionen oder Nahtdehiszenzen überprüft werden. Die Mutter sollte in den ersten Tagen nach der Operation ruhig gehalten werden, um die Wundheilung zu fördern.

Bei Hündinnen oder Katzen, die bereits mehrfach Geburtsschwierigkeiten hatten, sollte über eine Kastration nachgedacht werden, um zukünftige Risiken zu vermeiden.

Häufig gestellte Fragen (FAQs)

  1. Woran erkenne ich, dass die Geburt bei meinem Tier bevorsteht?
    Die ersten Anzeichen sind ein Abfall der Körpertemperatur um etwa 1 °C (auf unter 38 °C), Unruhe, Nestbauverhalten und manchmal Appetitlosigkeit. Die Geburt beginnt typischerweise mit Hecheln und sichtbaren Kontraktionen des Abdomens.
  2. Wie lange darf eine Geburtspause zwischen zwei Welpen maximal dauern?
    Bei Hunden sollte der Abstand zwischen zwei Welpen nicht länger als 2 Stunden betragen. Bei Katzen können die Pausen länger sein, sollten aber 4 Stunden nicht überschreiten. Bei aktiven Presswehen ohne Geburt eines Welpen innerhalb von 30 Minuten sollte ein Tierarzt konsultiert werden.
  3. Ist eine natürliche Geburt nach einem früheren Kaiserschnitt möglich?
    Ja, eine natürliche Geburt nach einem Kaiserschnitt ist grundsätzlich möglich, aber mit erhöhtem Risiko verbunden. Die Entscheidung sollte individuell unter Berücksichtigung der Ursache des früheren Kaiserschnitts, der Konstitution des Tieres und der aktuellen Trächtigkeit getroffen werden.
  4. Welche Notfallausrüstung sollte ich für eine mögliche Heimgeburt bereithalten?
    Ein Notfall-Kit sollte saubere Handtücher, sterile Handschuhe, Desinfektionsmittel, eine Wärmequelle für die Welpen, eine Nabelschnurklemme oder Zahnseide, eine saubere Schere und 2%ige Jodtinktur enthalten. Wichtig ist auch die Telefonnummer eines Notdienstes.
  5. Wie kann ich feststellen, ob alle Welpen geboren wurden?
    Eine vorherige Röntgenuntersuchung gibt Aufschluss über die zu erwartende Anzahl der Welpen. Nach der Geburt sollte die Anzahl der Nachgeburten mit der Anzahl der Welpen übereinstimmen. Anhaltende Wehen oder Unruhe nach der vermeintlich letzten Geburt können auf weitere Welpen hindeuten.
  6. Was tun, wenn ein Welpe nicht atmet?
    Entfernen Sie vorsichtig die Eihäute und den Schleim von Nase und Maul. Reiben Sie den Welpen sanft mit einem trockenen Handtuch, um die Atmung zu stimulieren. Bei Bedarf können Sie den Welpen mit dem Kopf nach unten halten und vorsichtig schwenken, um Flüssigkeit aus den Atemwegen zu entfernen. Führen Sie keine Mund-zu-Nase-Beatmung durch, da dies die Lungen schädigen kann.
  7. Wann ist eine geplante Sterilisation nach einer schwierigen Geburt sinnvoll?
    Eine Sterilisation sollte frühestens 2–3 Monate nach der Geburt erfolgen, wenn der Körper sich vollständig erholt hat. Bei schweren Geburtskomplikationen, anatomischen Anomalien oder genetischen Risikofaktoren ist eine Sterilisation zur Vermeidung künftiger Risiken empfehlenswert.
  8. Wie unterstütze ich eine Mutter, die ihre Welpen nach einem Kaiserschnitt nicht annimmt?
    Geben Sie der Mutter Zeit, sich von der Narkose zu erholen. Platzieren Sie die Welpen zum Säugen an den Zitzen, während die Mutter noch schläfrig ist. Der Geruch der Welpen und das Saugen stimulieren den Mutterinstinkt. Vermeiden Sie häufige Störungen und schaffen Sie eine ruhige, warme Umgebung.
  9. Welche Anzeichen deuten auf eine Eklampsie hin und wie dringend ist die Behandlung?
    Symptome einer Eklampsie sind Unruhe, Hecheln, Muskelzittern, steifer Gang und im fortgeschrittenen Stadium Krämpfe. Dies ist ein lebensbedrohlicher Notfall, der sofortige tierärztliche Behandlung erfordert, idealerweise innerhalb von 30–60 Minuten.
  10. Kann ich durch die Ernährung während der Trächtigkeit Geburtsschwierigkeiten vorbeugen?
    Eine ausgewogene, aber nicht übermäßige Ernährung während der Trächtigkeit kann helfen, übermäßiges Wachstum der Welpen zu vermeiden. Besonders in der zweiten Hälfte der Trächtigkeit sollte auf eine ausreichende Kalziumversorgung geachtet werden, ohne zu supplementieren. Überfütterung kann zu größeren Welpen und damit zu Geburtsschwierigkeiten führen.

Zusammenfassung

Geburtsschwierigkeiten bei Hunden und Katzen stellen einen medizinischen Notfall dar, der schnelles Handeln erfordert. Die Ursachen können sowohl bei der Mutter (Wehenschwäche, anatomische Anomalien) als auch bei den Welpen (Fehllagen, übermäßige Größe) liegen. Bestimmte Rassen, insbesondere brachyzephale Hunde und einige Katzenrassen wie Devon Rex, haben ein erhöhtes Risiko für Geburtskomplikationen.

Die frühzeitige Erkennung von Warnsignalen wie anhaltenden Wehen ohne Geburtsfortschritt, starken Blutungen oder Anzeichen einer Eklampsie ist entscheidend für eine erfolgreiche Behandlung. Diagnostische Maßnahmen umfassen klinische Untersuchung, Bildgebung und Laboruntersuchungen.

Die Therapie reicht von medikamentöser Unterstützung über manuelle Geburtshilfe bis zum Kaiserschnitt. Die Entscheidung für die geeignete Behandlungsmethode muss individuell getroffen werden und hängt von der Art der Geburtsstörung, dem Zustand der Mutter und der Vitalität der Welpen ab.

Eine sorgfältige Nachsorge nach der Geburt ist wichtig, um Komplikationen wie Infektionen oder Milchstau frühzeitig zu erkennen und zu behandeln. Bei rechtzeitiger Intervention ist die Prognose für die Mutter in der Regel gut, während die Überlebensrate der Welpen von verschiedenen Faktoren abhängt.

Tierbesitzer sollten vor einer geplanten Zucht die rassenspezifischen Risiken kennen und idealerweise bereits vor dem erwarteten Geburtstermin einen Tierarzt konsultieren, um mögliche Komplikationen zu antizipieren und einen Notfallplan zu erstellen.

Ausblick auf aktuelle Forschung

Die Forschung im Bereich der Geburtshilfe bei Kleintieren entwickelt sich kontinuierlich weiter. Aktuelle Studien konzentrieren sich auf die Verbesserung der pränatalen Diagnostik, um Geburtsschwierigkeiten frühzeitig vorherzusagen und zu vermeiden.

Fortschritte in der bildgebenden Diagnostik ermöglichen eine genauere Beurteilung des Verhältnisses zwischen der Größe der Welpen und dem mütterlichen Becken. Dreidimensionale Ultraschalltechniken und MRT-Untersuchungen können detaillierte Informationen über die Anatomie des Geburtskanals und mögliche Hindernisse liefern. Diese Methoden werden zunehmend eingesetzt, um bei Risikopatienten die Notwendigkeit eines elektiven Kaiserschnitts besser einschätzen zu können.

Im Bereich der Anästhesie werden kontinuierlich sicherere Protokolle für den Kaiserschnitt entwickelt, die die Überlebensrate der Welpen verbessern. Moderne Anästhetika mit kurzer Wirkdauer und geringer Plazentagängigkeit reduzieren die negativen Auswirkungen auf die Neugeborenen.

Genetische Forschung zielt darauf ab, die erblichen Faktoren zu identifizieren, die zu Geburtsschwierigkeiten beitragen. Dies könnte langfristig zu gezielteren Zuchtprogrammen führen, die das Risiko für Dystokie reduzieren. Besonders bei brachyzephalen Rassen werden Anstrengungen unternommen, durch selektive Zucht die extremen anatomischen Merkmale zu mildern, die zu Geburtsproblemen führen.

Telemedizinische Ansätze gewinnen an Bedeutung, um Tierbesitzern in abgelegenen Gebieten schnellen Zugang zu fachkundiger Beratung zu ermöglichen. Mobile Apps und Online-Plattformen können wertvolle Unterstützung bei der Überwachung der Trächtigkeit und der Erkennung von Warnsignalen bieten.

Die Erforschung von Biomarkern im Blut oder Urin trächtiger Tiere könnte in Zukunft helfen, Geburtsschwierigkeiten vorherzusagen, bevor klinische Symptome auftreten. Solche Tests könnten besonders bei Risikopatienten eingesetzt werden, um den optimalen Zeitpunkt für einen elektiven Kaiserschnitt zu bestimmen.

Literatur

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