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Geburt und Geburtsschwierigkeit
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Katzenwelpe durch Kaiserschnitt geboren
Geburt
Die Geburt ist der physiologische Vorgang des Austreibens von Welpen und NachgeburtDie Nachgeburt bezeichnet die Plazenta und andere Gewebe, die nach der Geburt eines Welpen oder Kätzchens ausgestoßen werden. Die vollständige Abstoßung der Nachgeburt ist wichtig für die Gesundheit der Mutter. durch Wehentätigkeit. Sie wird zum Notfall, wenn Geburtsstillstand, starke Blutungen, anhaltende Presswehen ohne Welpe oder deutliche Schwäche der Hündin auftreten. Komplikationen können Mutter und Welpen akutAkut bezeichnet einen Zustand, der plötzlich auftritt und meist von kurzer Dauer ist. Im medizinischen Kontext werden damit Symptome oder Erkrankungen beschrieben, die schnell ernst werden können und sofortige Aufmerksamkeit erfordern. gefährden.
Hunde- und auch Katzenwelpen werden 58 bis 67 Tage, in seltenen Fällen bis zu 72 Tage nach der Paarung geboren. In ca. 3 bis 6 % der Geburten kommt es zu Geburtsschwierigkeiten (Dystokie), und ein Kaiserschnitt ist häufig notwendig. Es ist sinnvoll, bereits vor einem zu erwartenden Geburtstermin Ihre Katze oder Ihren Hund einem Tierarzt vorzustellen. Bei einem solchen Termin nach dem 50. Tag der Trächtigkeit kann mithilfe einer Röntgenaufnahme festgestellt werden, wie viele Welpen erwartet werden. Geburtsschwierigkeiten (Dystokie) bei Hunden und Katzen bezeichnen alle Zustände, die den normalen Ablauf einer Geburt behindern oder unmöglich machen. Die normale Geburt (Eutokie) verläuft in drei Phasen: der Öffnungsphase, der Austreibungsphase und der Nachgeburtsphase. Die Trächtigkeitsdauer beträgt bei Hündinnen und Katzen zwischen 58 und 67 Tagen, in seltenen Fällen bis zu 72 Tage nach der Paarung. Bei etwa 3–6 % aller Geburten treten Komplikationen auf, die tierärztliche Hilfe erfordern. Bei bestimmten Rassen kann diese Rate deutlich höher liegen. So sind beispielsweise bei brachyzephalen (kurzköpfigen) Hunderassen wie Französischen Bulldoggen oder Möpsen Geburtsschwierigkeiten mit einer Häufigkeit von bis zu 80 % keine Seltenheit. Bei Devon-Rex-Katzen liegt die Rate bei etwa 18%. Die rechtzeitige Erkennung und Behandlung von Geburtsschwierigkeiten ist entscheidend für das Überleben der Mutter und ihrer Welpen oder Kätzchen.
Symptome
Geburtsschwierigkeit (Dystokie) bei Hund und Katze
Typische Symptome:
- Pressen ohne Welpe/Kätzchen, Unruhe, Hecheln
- Lange Pausen zwischen Geburten, erschöpfte Mutter
- Schwacher/fehlender Pressdrang trotz bekannter Trächtigkeit
Alarmzeichen:
- Starkes Pressen > 20–30 Min ohne Fortschritt
- > 2 Stunden zwischen Jungtieren bei weiterem Nachwuchs erwartet
- Grüner/schwarzer Ausfluss vor erstem Jungtier (Plazentaablösung-Verdacht)
- Blutung stark, Kollaps, Fieber (über 39,5 °C), extreme Schmerzen
- Welpe/Kätzchen sichtbar, steckt fest
Eskalation/Verlauf:
- Zunehmende Erschöpfung, Teilnahmslosigkeit → Uterusatonie, Fetaltod-Risiko
- Langer Geburtsverlauf (> 12–24 h) → SepsisSepsis ist eine lebensbedrohliche Erkrankung, die durch eine überschießende Reaktion des Körpers auf eine Infektion charakterisiert ist, wodurch es zu einer Schädigung des eigenen Gewebes und Organversagen kommen kann./Metritis-Risiko steigt
- Nach scheinbarer Pause plötzlich ApathieApathie bezeichnet einen Zustand der Gleichgültigkeit und des verminderten Interesses oder der fehlenden emotionalen Beteiligung an Aktivitäten oder Ereignissen, die normalerweise Interesse wecken würden./Schockzeichen → hochkritisch
Wenn die Wehen häufig, regelmäßig und stark sind und in 15 bis 30 Minuten kein Welpe geboren wird, oder wenn bei wechselnder Wehentätigkeit nach 2 Stunden kein Welpe geboren wurde, liegt wahrscheinlich eine Geburtsstörung vor. Die Hündin oder die Katze sollte zu einem Tierarzt gebracht werden. Besondere Aufmerksamkeit ist geboten, wenn ein Welpe teilweise im Geburtskanal sichtbar ist, aber nicht weiter vorrückt. Ein dunkelgrüner Vaginalausfluss (Lochia) vor dem ersten Welpen ist normal und zeigt die beginnende Ablösung der PlazentaDie Plazenta ist ein Organ, das sich während der Schwangerschaft in der Gebärmutter bildet und den Fötus über die Nabelschnur mit Sauerstoff und Nährstoffen versorgt. Sie dient auch als Barriere für einige Infektionserreger. an. Diesem Ausfluss sollte innerhalb der nächsten 5 bis 10 Minuten der erste Welpe folgen. Starke Blutungen erfordern jedoch eine sofortige tierärztliche Untersuchung, da sie auf eine Verletzung der Gebärmutter hindeuten können. Bei Katzen kann sich die gesamte Geburt aller Welpen bis zu 24 Stunden hinziehen. Bei manchen, insbesondere jungen Hündinnen oder auch bei Katzen, kann es zu einem gefährlichen Kalziummangel im Blut und dadurch zu einer lebensgefährlichen, als Eklampsie bezeichneten Stoffwechselstörung kommen (—>Eklampsie). Symptome einer Eklampsie sind Muskelzittern, Schwierigkeiten beim Gehen, Koordinationsstörungen und im fortgeschrittenen Stadium Krämpfe. In diesen Fällen ist eine sofortige tierärztliche Versorgung notwendig.
Bei Katzen kann sich die gesamte Geburt aller Kätzchen über einen Zeitraum von bis zu 24 Stunden erstrecken, mit längeren Pausen zwischen den einzelnen Geburten. Dies ist nicht ungewöhnlich und nicht zwangsläufig ein Zeichen für Komplikationen.
Erste Hilfe
- Bereiten Sie einen sauberen, warmen und leicht zu reinigenden Bereich für die Geburt vor. Welpenschienen an den Rändern von Wurfkisten sind Lebensretter für Welpen.
- Überprüfen Sie die Mutter häufig, ohne den Prozess zu stören. Wiederholte Unterbrechungen verzögern nur die Geburt.
- Wenn ein Welpe im Geburtskanal sichtbar ist und festsitzt, fassen Sie die Füße vorsichtig mit einem sauberen Tuch und versuchen Sie, die Geburt des Welpen durch leichtes Ziehen synchron mit einer Wehe zu unterstützen.
- Ziehen Sie nicht am Kopf. Wenn der Welpe nicht leicht herauskommt, bringen Sie Ihr Tier zu einem Tierarzt.
- Wenn der Welpe geboren wird, ist er in der Regel noch von den Eihäuten bedeckt. Wenn die Mutter diese nicht unmittelbar selbst entfernt, öffnen Sie diese in der Kopfregion des Welpen, sodass er atmen kann.
- Wenn die Mutter die Nabelschnur nicht durchbeißt und entfernt, binden Sie diese mit einem Stück Schnur oder Zahnseide einige Zentimeter vom Bauch des Welpen selbst ab. Durchtrennen Sie die Nabelschnur dann mit einer Schere, ein Stück von der Abbindestelle nach außen entfernt.
- Tragen Sie 2%ige Jodtinktur auf den gesamten Nabel auf (kaufen Sie diese vorher, nur für den Fall).
- Halten Sie die Welpen warm. Es ist am besten, sie bei ihrer Mutter zu lassen.
- Manchmal bleibt die Mutter nicht bei den Welpen. Benutzen Sie eine Wärmeflasche oder ein regelbares Heizkissen, jedoch auf keinen Fall einen Rotlichtstrahler.
- Je weniger Sie sich mit der Mutter befassen, umso eher wird sie bei ihren Welpen bleiben.
- Ermöglichen Sie den Welpen, sich von der Wärmequelle zu entfernen.
Was Sie nicht tun sollten
- Greifen Sie nicht in den Geburtskanal. Sie könnten Keime eintragen und eine InfektionEine Infektion ist die Besiedlung und Vermehrung von Krankheitserregern wie Bakterien, Viren, Pilzen oder Parasiten in einem Organismus, die oft, aber nicht immer, zu einer Krankheit führen. hervorrufen.
- Holen Sie keine Welpen gewaltsam aus dem Geburtskanal. Das könnte zu Verletzungen an der Gebärmutter und zu starken Blutungen führen. In dieser Region liegen große Blutgefäße, sodass Ihr Tier verbluten könnte.
- Ziehen Sie nicht am Kopf oder an der Nabelschnur des Welpen.
- Heben Sie nicht den Welpen an der Nabelschnur hoch.
- Stören Sie die Mutter nicht. Besonders junge Tiere müssen den Kontakt zu ihren Welpen erst aufbauen. Überlassen Sie die Mutter mit ihren Welpen sich selbst und beobachten Sie das Geschehen nur aus einiger Entfernung.
- Verbieten Sie der Mutter nicht, die Nachgeburten aufzufressen. Doch achten Sie darauf, dass die Anzahl der Nachgeburten mit der Anzahl der geborenen Welpen übereinstimmt.
Geht die Geburt nicht voran oder steckt ein Welpe im Geburtskanal fest, packen Sie die Welpen warm ein (Wärmflasche) und stellen Sie die Mutter einem Tierarzt vor.
Unter Umständen ist ein Kaiserschnitt notwendig.
Nach der Geburt
Sollte es der Hündin oder der Katze nach der Geburt schlecht gehen oder sich ihr Zustand allmählich verschlechtern, stellen Sie Ihr Tier einem Tierarzt vor. Es könnte sich noch ein Welpe oder eine NachgeburtDie Nachgeburt bezeichnet die Plazenta und andere Gewebe, die nach der Geburt eines Welpen oder Kätzchens ausgestoßen werden. Die vollständige Abstoßung der Nachgeburt ist wichtig für die Gesundheit der Mutter. in der Gebärmutter befinden.
Blutig-brauner Ausfluss darf noch für längere Zeit bestehen. Er darf jedoch nicht eitrig werden. Dann stellen Sie Ihr Tier einem Tierarzt vor.
Auch nachlassende Milchbildung kann ein Zeichen für behandlungsbedürftige Störungen sein.
Weiterführende Maßnahmen
Der Tierarzt kann den Zustand innerhalb eines Geburtsprozesses und mögliche Gründe für eine Störung im Geburtsablauf optimal beurteilen.
Meist empfiehlt sich auch eine radiologische Untersuchung.
Abhängig von der konkreten Situation wird abwartend, medikamentös unterstützend oder chirurgisch einzugreifen sein.
Wann eher zum Tierarzt?
→ Rot bei starker Blutung, Kollaps, starkem Pressen ohne Fortschritt, grün-schwarzem Ausfluss ohne Geburt oder Welpe/Kätzchen steckt fest.
Ursachen
Die Ursachen für Geburtsschwierigkeiten lassen sich in maternale (mütterliche) und fetale (den FetusDer Fetus (oder Fötus) ist ein Entwicklungsstadium eines Säugetiers, das im Mutterleib folgt, nachdem es die embryonale Phase durchlaufen hat. Beim Menschen spricht man ab der 9. Schwangerschaftswoche bis zur Geburt von einem Fetus. betreffende) Faktoren unterteilen:
Maternale Faktoren umfassen primäre und sekundäre Wehenschwäche, anatomische Anomalien des Geburtskanals, Torsion oder RupturEine Ruptur ist ein Riss oder Bruch in einem Organ oder Gewebe. Sie kann durch Trauma, Krankheit oder Überdehnung verursacht werden und erfordert oft medizinische Intervention. der Gebärmutter sowie systemische Erkrankungen der Mutter. Eine primäre Wehenschwäche kann durch Kalziummangel (HypokalzämieHypokalzämie ist der medizinische Begriff für einen zu niedrigen Kalziumspiegel im Blut. Kalzium spielt eine entscheidende Rolle bei vielen Körperfunktionen, einschließlich Knochenbildung, Blutgerinnung und Nerven- und Muskelfunktion. Symptome können Muskelkrämpfe und -zuckungen sein.), hormonelle Störungen oder genetische PrädispositionEine Prädisposition ist eine angeborene Neigung oder Empfänglichkeit eines Organismus für bestimmte Krankheiten oder Zustände. Bei Hunden und Katzen kann eine genetische Prädisposition für bestimmte Erkrankungen wie Hüftdysplasie oder bestimmte Herzerkrankungen bestehen. bedingt sein. Sekundäre Wehenschwäche entsteht durch Erschöpfung der Gebärmuttermuskulatur nach längerer erfolgloser Wehentätigkeit. Besonders bei brachyzephalen Rassen kommt es häufig zu einem Missverhältnis zwischen dem Kopfumfang der Welpen und dem mütterlichen Becken. Auch Einlingsträchtigkeiten oder sehr wenige Früchte erhöhen das Risiko einer Schwergeburt deutlich, da hier oft überdurchschnittlich große Welpen heranwachsen.
Fetale Faktoren beinhalten Fehllagen, Fehlhaltungen oder Fehlstellungen der Welpen, übermäßige Größe der Welpen im Verhältnis zum Geburtskanal sowie Missbildungen oder den Tod der Welpen im Mutterleib. Eine häufige Fehllage ist die Querlage, bei der der Welpe quer zur Gebärmutterachse liegt und nicht in den Geburtskanal eintreten kann. Fehlhaltungen wie abgewinkelte Gliedmaßen oder ein zurückgebogener Kopf können ebenfalls den Geburtsvorgang blockieren.
Zusätzlich spielen Faktoren wie das Alter der Mutter (sehr junge oder ältere Tiere haben ein höheres Risiko), Übergewicht, mangelnde körperliche Fitness und frühere Geburtskomplikationen eine wichtige Rolle bei der Entstehung von Geburtsschwierigkeiten.
Diagnose
Die DiagnoseEine Diagnose ist die Identifizierung einer Krankheit oder eines Zustandes durch ihre Symptome und/oder Ergebnisse aus diagnostischen Tests. Es ist der erste Schritt im Management und der Behandlung von Patienten. von Geburtsschwierigkeiten beginnt mit einer gründlichen AnamneseDie Anamnese ist die systematische Erhebung der medizinischen Vorgeschichte eines Patienten durch Befragung. Sie umfasst Informationen über frühere Erkrankungen, Behandlungen, Allergien und Lebensgewohnheiten. und klinischen Untersuchung durch den Tierarzt. Wichtige Informationen sind der Zeitpunkt der Paarung, der Verlauf der Trächtigkeit, frühere Geburten und deren Komplikationen sowie der bisherige Geburtsverlauf.
Bei der klinischen Untersuchung werden Vitalparameter wie Temperatur, Puls und Atmung überprüft. Eine vaginale Untersuchung kann Aufschluss über den Öffnungszustand des Geburtskanals und mögliche Hindernisse geben. Diese Untersuchung muss unter streng sterilen Bedingungen erfolgen, um Infektionen zu vermeiden.
Bildgebende Verfahren spielen eine zentrale Rolle in der Diagnostik. Eine Röntgenuntersuchung ermöglicht die Zählung der verbliebenen Welpen, die Beurteilung ihrer Größe und Position sowie die Erkennung von Fehlbildungen oder bereits verstorbenen Welpen. Idealerweise sollte bereits vor dem erwarteten Geburtstermin, etwa ab dem 50. Tag der Trächtigkeit, eine Röntgenaufnahme angefertigt werden, um die Anzahl der zu erwartenden Welpen festzustellen.
Die Ultraschalluntersuchung liefert wertvolle Informationen über die Vitalität der Welpen durch Beurteilung der fetalen Herzfrequenz. Eine Herzfrequenz unter 180 Schlägen pro Minute bei Hundewelpen oder unter 200 Schlägen pro Minute bei Katzenwelpen deutet auf fetalen StressStress bezeichnet den Zustand eines Organismus, der auf externe Reize oder Anforderungen reagiert. In der Veterinärmedizin kann Stress physische oder psychische Auswirkungen auf Tiere haben und ihre Gesundheit und ihr Wohlbefinden beeinträchtigen. hin und kann eine IndikationIndikation bezeichnet einen validen Grund oder eine Begründung für die Anwendung einer bestimmten Behandlung, eines Medikaments oder eines medizinischen Verfahrens. Sie basiert auf der Diagnose und dem klinischen Zustand des Patienten. für einen Notfall-Kaiserschnitt sein. Zudem kann der UltraschallUltraschall bezieht sich auf Schallwellen, die oberhalb der Hörschwelle des menschlichen Ohrs liegen. In der Medizin wird Ultraschall für diagnostische Bildgebungsverfahren verwendet, um innere Organe, Gewebe und Blutfluss sichtbar zu machen. Aufschluss über die Plazentadurchblutung und mögliche Ablösungen geben.
Laboruntersuchungen, insbesondere die Bestimmung des Kalziumspiegels im Blut, sind wichtig, um eine HypokalzämieHypokalzämie ist der medizinische Begriff für einen zu niedrigen Kalziumspiegel im Blut. Kalzium spielt eine entscheidende Rolle bei vielen Körperfunktionen, einschließlich Knochenbildung, Blutgerinnung und Nerven- und Muskelfunktion. Symptome können Muskelkrämpfe und -zuckungen sein. als Ursache für Wehenschwäche auszuschließen. Auch andere Parameter wie GlukoseGlukose ist ein einfacher Zucker und die wichtigste Energiequelle des Körpers. Die Konzentration von Glukose im Blut wird reguliert, um den Energiebedarf der Zellen zu decken., ElektrolyteElektrolyte sind Mineralien im Körper, die elektrisch geladen sind und wichtige Funktionen wie die Regulierung des Wasserhaushalts, des Säure-Basen-Gleichgewichts und der Nerven- und Muskelaktivität erfüllen. Zu den Hauptelektrolyten gehören Natrium, Kalium, Chlorid und Magnesium. und Blutbild können hilfreich sein, um den Allgemeinzustand der Mutter zu beurteilen.
Bei Verdacht auf eine InfektionEine Infektion ist die Besiedlung und Vermehrung von Krankheitserregern wie Bakterien, Viren, Pilzen oder Parasiten in einem Organismus, die oft, aber nicht immer, zu einer Krankheit führen. der Gebärmutter (Metritis) kann eine bakteriologische Untersuchung des Vaginalausflusses durchgeführt werden, um den Erreger zu identifizieren und eine gezielte Antibiotikatherapie einzuleiten.
Weitere tieräztliche Maßnahmen
Die Behandlung von Geburtsschwierigkeiten richtet sich nach der Ursache und dem Schweregrad der Komplikation. Grundsätzlich stehen konservative und chirurgische Therapieoptionen zur Verfügung.
Bei primärer Wehenschwäche durch Kalziummangel kann die intravenöse Gabe von Kalziumlösungen die Wehentätigkeit verbessern. Dies muss unter tierärztlicher Überwachung erfolgen, da eine zu schnelle Infusion zu Herzrhythmusstörungen führen kann. Wehenfördernde Medikamente wie Oxytocin können bei sekundärer Wehenschwäche eingesetzt werden, allerdings nur, wenn sichergestellt ist, dass kein mechanisches Hindernis vorliegt. Die Dosierung muss sorgfältig angepasst werden, um eine Überstimulation der Gebärmutter zu vermeiden.
Bei Fehllagen oder -haltungen der Welpen kann eine manuelle Geburtshilfe durch den Tierarzt versucht werden. Dabei werden die Welpen vorsichtig in die richtige Position gebracht und behutsam durch den Geburtskanal gezogen. Dies erfordert viel Erfahrung und muss unter sterilen Bedingungen erfolgen, um Verletzungen und Infektionen zu vermeiden.
Ein Kaiserschnitt (Sectio caesarea) ist indiziert, wenn die konservativen Maßnahmen nicht erfolgreich sind, bei absoluten Geburtshindernissen wie zu großen Welpen oder Beckenanomalien, bei Torsion oder RupturEine Ruptur ist ein Riss oder Bruch in einem Organ oder Gewebe. Sie kann durch Trauma, Krankheit oder Überdehnung verursacht werden und erfordert oft medizinische Intervention. der Gebärmutter sowie bei deutlichen Anzeichen von fetalem StressStress bezeichnet den Zustand eines Organismus, der auf externe Reize oder Anforderungen reagiert. In der Veterinärmedizin kann Stress physische oder psychische Auswirkungen auf Tiere haben und ihre Gesundheit und ihr Wohlbefinden beeinträchtigen.. Bei bestimmten Rassen wie Französischen Bulldoggen oder Möpsen wird oft ein elektiver Kaiserschnitt geplant, um Komplikationen vorzubeugen.
Die Entscheidung für einen Kaiserschnitt sollte nicht zu lange hinausgezögert werden, da die Überlebenschancen für Mutter und Welpen mit zunehmender Dauer der Geburtsstörung sinken. Moderne Anästhesieverfahren ermöglichen eine sichere Durchführung des Eingriffs mit minimalen Risiken für die Neugeborenen.
Nach einem Kaiserschnitt ist eine sorgfältige Überwachung der Mutter notwendig, insbesondere hinsichtlich Nachblutungen und Infektionen. Die Welpen müssen warm gehalten und zum Säugen an die Mutter angelegt werden, sobald diese aus der NarkoseNarkose, auch Anästhesie genannt, ist der Zustand der Betäubung oder Bewusstlosigkeit, der durch Medikamente induziert wird, um Schmerzen während chirurgischer Eingriffe zu verhindern. Sie kann allgemein oder lokal sein, je nach Art des Eingriffs und dem Zustand des Tieres. erwacht ist.
Prognose und Nachsorge
Die Prognose bei Geburtsschwierigkeiten hängt maßgeblich von der frühzeitigen Erkennung und Behandlung ab. Bei rechtzeitigem Eingreifen ist die PrognoseDie Prognose ist die Vorhersage des wahrscheinlichen Verlaufs und Ausgangs einer Krankheit basierend auf dem allgemeinen Gesundheitszustand, der Art der Krankheit und der Reaktion auf die Behandlung. Sie kann Auskunft darüber geben, wie sich eine Erkrankung voraussichtlich entwickeln wird. für die Mutter in der Regel gut. Die Überlebensrate der Welpen kann jedoch je nach Dauer der Komplikationen und Art der Geburtsstörung variieren.
Nach der Geburt ist eine sorgfältige Nachsorge entscheidend. Die Mutter sollte regelmäßig auf Anzeichen von Nachblutungen, Infektionen oder Milchstau untersucht werden. Ein blutig-brauner Ausfluss (Lochia) ist in den ersten Tagen nach der Geburt normal, sollte aber nicht eitrig werden oder übel riechen. Die Körpertemperatur sollte täglich kontrolliert werden, da Fieber auf eine Gebärmutterentzündung (Metritis) oder Milchdrüsenentzündung (Mastitis) hindeuten kann.
Es ist wichtig, sicherzustellen, dass alle Nachgeburten ausgestoßen wurden. Die Anzahl der Nachgeburten sollte mit der Anzahl der geborenen Welpen übereinstimmen. Verbleibende Nachgeburten können zu Infektionen führen und müssen gegebenenfalls medikamentös oder chirurgisch entfernt werden.
Die Milchproduktion der Mutter sollte überwacht werden. Nachlassende Milchbildung kann ein Zeichen für behandlungsbedürftige Störungen sein. Bei unzureichender Milchproduktion muss gegebenenfalls mit Milchaustauschpräparaten zugefüttert werden.
Die Welpen müssen regelmäßig gewogen werden, um sicherzustellen, dass sie ausreichend Nahrung erhalten und gedeihen. Ein gesunder Welpe sollte täglich an Gewicht zunehmen. Stagnation oder Gewichtsverlust sind Warnsignale, die tierärztliche Aufmerksamkeit erfordern.
Nach einem Kaiserschnitt ist besondere Sorgfalt geboten. Die Operationswunde muss auf Anzeichen von Infektionen oder Nahtdehiszenzen überprüft werden. Die Mutter sollte in den ersten Tagen nach der Operation ruhig gehalten werden, um die WundheilungWundheilung ist der natürliche Prozess der Reparatur von Gewebeschäden, der in Phasen abläuft, einschließlich Entzündung, Gewebeneubildung und Wundkontraktion, um die Integrität des Gewebes wiederherzustellen. zu fördern.
Bei Hündinnen oder Katzen, die bereits mehrfach Geburtsschwierigkeiten hatten, sollte über eine KastrationKastration ist der Prozess der Entfernung der Gonaden (Eierstöcke bei weiblichen, Hoden bei männlichen Individuen), wodurch die Fortpflanzungsfähigkeit und die Produktion bestimmter Geschlechtshormone unterbunden wird. Dies kann aus medizinischen oder anderen Gründen erfolgen. nachgedacht werden, um zukünftige Risiken zu vermeiden.
Häufig gestellte Fragen (FAQs)
- Woran erkenne ich, dass die Geburt bei meinem Tier bevorsteht?
Die ersten Anzeichen sind ein Abfall der Körpertemperatur um etwa 1 °C (auf unter 38 °C), Unruhe, Nestbauverhalten und manchmal Appetitlosigkeit. Die Geburt beginnt typischerweise mit Hecheln und sichtbaren Kontraktionen des Abdomens. - Wie lange darf eine Geburtspause zwischen zwei Welpen maximal dauern?
Bei Hunden sollte der Abstand zwischen zwei Welpen nicht länger als 2 Stunden betragen. Bei Katzen können die Pausen länger sein, sollten aber 4 Stunden nicht überschreiten. Bei aktiven Presswehen ohne Geburt eines Welpen innerhalb von 30 Minuten sollte ein Tierarzt konsultiert werden. - Ist eine natürliche Geburt nach einem früheren Kaiserschnitt möglich?
Ja, eine natürliche Geburt nach einem Kaiserschnitt ist grundsätzlich möglich, aber mit erhöhtem Risiko verbunden. Die Entscheidung sollte individuell unter Berücksichtigung der Ursache des früheren Kaiserschnitts, der Konstitution des Tieres und der aktuellen Trächtigkeit getroffen werden. - Welche Notfallausrüstung sollte ich für eine mögliche Heimgeburt bereithalten?
Ein Notfall-Kit sollte saubere Handtücher, sterile Handschuhe, Desinfektionsmittel, eine Wärmequelle für die Welpen, eine Nabelschnurklemme oder Zahnseide, eine saubere Schere und 2%ige Jodtinktur enthalten. Wichtig ist auch die Telefonnummer eines Notdienstes. - Wie kann ich feststellen, ob alle Welpen geboren wurden?
Eine vorherige Röntgenuntersuchung gibt Aufschluss über die zu erwartende Anzahl der Welpen. Nach der Geburt sollte die Anzahl der Nachgeburten mit der Anzahl der Welpen übereinstimmen. Anhaltende Wehen oder Unruhe nach der vermeintlich letzten Geburt können auf weitere Welpen hindeuten. - Was tun, wenn ein Welpe nicht atmet?
Entfernen Sie vorsichtig die EihäuteEihäute sind dünne Schichten von Gewebe, die den Embryo bei Säugetieren, einschließlich Menschen, umgeben und schützen. Sie sind wesentlich für die Entwicklung des Fötus und umfassen das Amnion und das Chorion. und den Schleim von Nase und Maul. Reiben Sie den Welpen sanft mit einem trockenen Handtuch, um die Atmung zu stimulieren. Bei Bedarf können Sie den Welpen mit dem Kopf nach unten halten und vorsichtig schwenken, um Flüssigkeit aus den Atemwegen zu entfernen. Führen Sie keine Mund-zu-Nase-Beatmung durch, da dies die Lungen schädigen kann. - Wann ist eine geplante SterilisationSterilisation ist ein medizinisches Verfahren, das die Fähigkeit eines Individuums zur Fortpflanzung dauerhaft entfernt oder unterbricht. Bei Tieren umfasst dies oft die chirurgische Entfernung der Reproduktionsorgane. nach einer schwierigen Geburt sinnvoll?
Eine SterilisationSterilisation ist ein medizinisches Verfahren, das die Fähigkeit eines Individuums zur Fortpflanzung dauerhaft entfernt oder unterbricht. Bei Tieren umfasst dies oft die chirurgische Entfernung der Reproduktionsorgane. sollte frühestens 2–3 Monate nach der Geburt erfolgen, wenn der Körper sich vollständig erholt hat. Bei schweren Geburtskomplikationen, anatomischen Anomalien oder genetischen Risikofaktoren ist eine SterilisationSterilisation ist ein medizinisches Verfahren, das die Fähigkeit eines Individuums zur Fortpflanzung dauerhaft entfernt oder unterbricht. Bei Tieren umfasst dies oft die chirurgische Entfernung der Reproduktionsorgane. zur Vermeidung künftiger Risiken empfehlenswert. - Wie unterstütze ich eine Mutter, die ihre Welpen nach einem Kaiserschnitt nicht annimmt?
Geben Sie der Mutter Zeit, sich von der NarkoseNarkose, auch Anästhesie genannt, ist der Zustand der Betäubung oder Bewusstlosigkeit, der durch Medikamente induziert wird, um Schmerzen während chirurgischer Eingriffe zu verhindern. Sie kann allgemein oder lokal sein, je nach Art des Eingriffs und dem Zustand des Tieres. zu erholen. Platzieren Sie die Welpen zum Säugen an den Zitzen, während die Mutter noch schläfrig ist. Der Geruch der Welpen und das Saugen stimulieren den Mutterinstinkt. Vermeiden Sie häufige Störungen und schaffen Sie eine ruhige, warme Umgebung. - Welche Anzeichen deuten auf eine Eklampsie hin und wie dringend ist die Behandlung?
Symptome einer Eklampsie sind Unruhe, Hecheln, Muskelzittern, steifer Gang und im fortgeschrittenen Stadium Krämpfe. Dies ist ein lebensbedrohlicher Notfall, der sofortige tierärztliche Behandlung erfordert, idealerweise innerhalb von 30–60 Minuten. - Kann ich durch die Ernährung während der Trächtigkeit Geburtsschwierigkeiten vorbeugen?
Eine ausgewogene, aber nicht übermäßige Ernährung während der Trächtigkeit kann helfen, übermäßiges Wachstum der Welpen zu vermeiden. Besonders in der zweiten Hälfte der Trächtigkeit sollte auf eine ausreichende Kalziumversorgung geachtet werden, ohne zu supplementieren. Überfütterung kann zu größeren Welpen und damit zu Geburtsschwierigkeiten führen.
Zusammenfassung
Geburtsschwierigkeiten bei Hunden und Katzen stellen einen medizinischen Notfall dar, der schnelles Handeln erfordert. Die Ursachen können sowohl bei der Mutter (Wehenschwäche, anatomische Anomalien) als auch bei den Welpen (Fehllagen, übermäßige Größe) liegen. Bestimmte Rassen, insbesondere brachyzephale Hunde und einige Katzenrassen wie Devon Rex, haben ein erhöhtes Risiko für Geburtskomplikationen.
Die frühzeitige Erkennung von Warnsignalen wie anhaltenden Wehen ohne Geburtsfortschritt, starken Blutungen oder Anzeichen einer Eklampsie ist entscheidend für eine erfolgreiche Behandlung. Diagnostische Maßnahmen umfassen klinische Untersuchung, Bildgebung und Laboruntersuchungen.
Die TherapieTherapie bezieht sich auf die Behandlung von Krankheiten oder Störungen mit dem Ziel, Symptome zu lindern, Heilung zu fördern oder die Lebensqualität zu verbessern. Therapien können medikamentös, chirurgisch oder durch andere medizinische Interventionen erfolgen. reicht von medikamentöser Unterstützung über manuelle Geburtshilfe bis zum Kaiserschnitt. Die Entscheidung für die geeignete Behandlungsmethode muss individuell getroffen werden und hängt von der Art der Geburtsstörung, dem Zustand der Mutter und der Vitalität der Welpen ab.
Eine sorgfältige Nachsorge nach der Geburt ist wichtig, um Komplikationen wie Infektionen oder Milchstau frühzeitig zu erkennen und zu behandeln. Bei rechtzeitiger Intervention ist die PrognoseDie Prognose ist die Vorhersage des wahrscheinlichen Verlaufs und Ausgangs einer Krankheit basierend auf dem allgemeinen Gesundheitszustand, der Art der Krankheit und der Reaktion auf die Behandlung. Sie kann Auskunft darüber geben, wie sich eine Erkrankung voraussichtlich entwickeln wird. für die Mutter in der Regel gut, während die Überlebensrate der Welpen von verschiedenen Faktoren abhängt.
Tierbesitzer sollten vor einer geplanten Zucht die rassenspezifischen Risiken kennen und idealerweise bereits vor dem erwarteten Geburtstermin einen Tierarzt konsultieren, um mögliche Komplikationen zu antizipieren und einen Notfallplan zu erstellen.
Ausblick auf aktuelle Forschung
Die Forschung im Bereich der Geburtshilfe bei Kleintieren entwickelt sich kontinuierlich weiter. Aktuelle Studien konzentrieren sich auf die Verbesserung der pränatalen Diagnostik, um Geburtsschwierigkeiten frühzeitig vorherzusagen und zu vermeiden.
Fortschritte in der bildgebenden Diagnostik ermöglichen eine genauere Beurteilung des Verhältnisses zwischen der Größe der Welpen und dem mütterlichen Becken. Dreidimensionale Ultraschalltechniken und MRT-Untersuchungen können detaillierte Informationen über die AnatomieAnatomie ist das wissenschaftliche Studium der Struktur von Lebewesen. Es befasst sich mit dem Aufbau und der Organisation von Organismen, einschließlich ihrer Systeme, Organe und Gewebe. des Geburtskanals und mögliche Hindernisse liefern. Diese Methoden werden zunehmend eingesetzt, um bei Risikopatienten die Notwendigkeit eines elektiven Kaiserschnitts besser einschätzen zu können.
Im Bereich der Anästhesie werden kontinuierlich sicherere Protokolle für den Kaiserschnitt entwickelt, die die Überlebensrate der Welpen verbessern. Moderne Anästhetika mit kurzer Wirkdauer und geringer Plazentagängigkeit reduzieren die negativen Auswirkungen auf die Neugeborenen.
Genetische Forschung zielt darauf ab, die erblichen Faktoren zu identifizieren, die zu Geburtsschwierigkeiten beitragen. Dies könnte langfristig zu gezielteren Zuchtprogrammen führen, die das Risiko für Dystokie reduzieren. Besonders bei brachyzephalen Rassen werden Anstrengungen unternommen, durch selektive Zucht die extremen anatomischen Merkmale zu mildern, die zu Geburtsproblemen führen.
Telemedizinische Ansätze gewinnen an Bedeutung, um Tierbesitzern in abgelegenen Gebieten schnellen Zugang zu fachkundiger Beratung zu ermöglichen. Mobile Apps und Online-Plattformen können wertvolle Unterstützung bei der Überwachung der Trächtigkeit und der Erkennung von Warnsignalen bieten.
Die Erforschung von Biomarkern im Blut oder Urin trächtiger Tiere könnte in Zukunft helfen, Geburtsschwierigkeiten vorherzusagen, bevor klinische Symptome auftreten. Solche Tests könnten besonders bei Risikopatienten eingesetzt werden, um den optimalen Zeitpunkt für einen elektiven Kaiserschnitt zu bestimmen.
Literatur
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