Fieber

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Einen Anstieg der Körpertemperatur über den normalen Bereich hinaus bezeichnet man als Fieber. Bei Hunden und Katzen ist das eine Körpertemperatur über 40 Grad Celsius (siehe auch Normalwerte bei Hunden und Katzen).
Fieber und Überhitzung (—> Überhitzung) sind nicht das gleiche.

Fieber ist eine natürliche Abwehrreaktion des Körpers, bei der die Körpertemperatur über den normalen Bereich hinaus ansteigt. Bei Hunden und Katzen spricht man von Fieber, wenn die Körpertemperatur über 39,5°C liegt. Von hohem Fieber bei unseren Haustieren sprechen wir ab einer Temperatur von 40°C, während kritisches Fieber ab 41°C vorliegt. Die Normaltemperatur bei Hunden beträgt 37,5-39,0°C, bei Katzen 38,0-39,0°C. Diese Werte können jedoch individuell leicht variieren und werden von Faktoren wie Tageszeit, körperlicher Aktivität und Umgebungstemperatur beeinflusst.

Das plötzliche Auftreten von hohem Fieber unterscheidet sich grundlegend von einem langsamen Temperaturanstieg. Während ein allmählicher Anstieg dem Körper Zeit zur Anpassung gibt, stellt ein rapider Temperaturanstieg eine besondere Belastung für den Organismus dar. Die schnelle Veränderung kann zu stärkeren Beeinträchtigungen führen und ist häufig ein Indikator für akute, potenziell lebensbedrohliche Erkrankungen.

Es ist wichtig, zwischen Fieber und Hyperthermie zu unterscheiden. Fieber entsteht durch eine Verstellung des körpereigenen Temperaturregulationszentrums im Hypothalamus, meist als Reaktion auf Krankheitserreger oder Entzündungsprozesse. Hyperthermie hingegen ist eine Überhitzung durch äußere Faktoren wie hohe Umgebungstemperaturen oder übermäßige Anstrengung, wobei das Temperaturregulationszentrum normal funktioniert, aber die Wärmeabgabe beeinträchtigt ist.

Das Wichtigste auf einen Blick

Plötzliches hohes Fieber bei Hunden und Katzen stellt einen ernst zu nehmenden Zustand dar, der schnelles Handeln erfordert. Mit Temperaturen über 40 °C reagiert der Körper auf verschiedene Auslöser, wobei Infektionen die häufigste Ursache darstellen. Die Symptomatik umfasst Lethargie, Appetitlosigkeit, erhöhte Atem- und Herzfrequenz sowie warme Schleimhäute und kann je nach Grunderkrankung durch spezifische Anzeichen ergänzt werden.

Die Diagnosestellung beginnt mit der korrekten Temperaturmessung und umfasst eine systematische Abklärung durch klinische Untersuchung, Labordiagnostik und bildgebende Verfahren. Die Therapie folgt einem mehrstufigen Ansatz mit Notfallmaßnahmen zur Temperatursenkung bei kritischem Fieber, supportiver Behandlung durch Flüssigkeitstherapie und gezieltem Einsatz fiebersenkender Medikamente sowie der kausalen Therapie der Grunderkrankung.

Die Prognose hängt maßgeblich von der Ursache, der Fieberhöhe und dem Zeitpunkt des Therapiebeginns ab. Die Nachsorge mit angepasster Haltung, spezieller Ernährung und regelmäßigen Kontrolluntersuchungen sind entscheidend für die vollständige Genesung und zur Vermeidung von Rückfällen.

Tierbesitzer sollten wissen, dass Fieber an sich keine Krankheit, sondern ein Symptom ist und eine wichtige Abwehrreaktion des Körpers darstellt. Dennoch erfordert plötzliches hohes Fieber tierärztliche Aufmerksamkeit, da es auf ernsthafte Grunderkrankungen hinweisen kann und bei extremen Werten selbst organschädigend wirkt. Die frühzeitige Erkennung und Behandlung ist der Schlüssel zu einer erfolgreichen Therapie.

Ursachen

Fieber ist meist ein Zeichen für eine Infektion. Die Reaktion des Körpers, die Körpertemperatur zu erhöhen, ist hilfreich und sollte nicht grundsätzlich bekämpft werden. Mehr Aufmerksamkeit ist der Ursache des Fiebers zu widmen.

  • Bakterien, Parasiten, Viren
  • Tumore
  • Autoimmunkrankheiten
  • Chronisch entzündliche Erkrankungen
  • Hormonelle Störungen
  • Verschluss eines Blutgefäßes (Thrombose)

Achtung, bei der Katze kommt es nicht selten zu einem Verschluss eines Blutgefäßes im Bereich des Beckens. In diesen Fällen ist die Rektaltemperatur infolge der reduzierten Durchblutung nicht erhöht, sondern erniedrigt.

Plötzliches hohes Fieber bei Hunden und Katzen kann durch verschiedene Faktoren ausgelöst werden, wobei infektiöse Ursachen am häufigsten sind. Zu den wichtigsten Auslösern zählen:

Akute bakterielle Infektionen stellen eine häufige Ursache für plötzliches hohes Fieber dar. Besonders gefährlich ist eine Septikämie, bei der Bakterien in den Blutkreislauf eindringen und sich im gesamten Körper ausbreiten. Diese kann aus lokalen Infektionen wie Wundinfektionen, Abszessen, Zahnfleischentzündungen oder Harnwegsinfektionen entstehen. Leptospirose, eine bakterielle Zoonose, kann bei Hunden zu plötzlichem hohem Fieber führen und wird durch kontaminiertes Wasser übertragen.

Virale Infektionen wie Parvovirose oder Staupe beim Hund sowie Katzenseuche (Panleukopenie) oder Katzenschnupfen können ebenfalls zu raschem Fieberanstieg führen. Bei Katzen können FIP (Feline Infektiöse Peritonitis) und FIV (Felines Immundefizienz-Virus) mit Fieberschüben einhergehen. Parasitäre Erkrankungen wie Babesiose, Ehrlichiose oder Anaplasmose, die durch Zecken übertragen werden, sind weitere mögliche Ursachen.

Nicht-infektiöse Ursachen umfassen immunvermittelte Erkrankungen wie hämolytische Anämien oder Polyarthritiden, die durch fehlgeleitete Immunreaktionen entstehen. Neoplasien (Tumorerkrankungen) können ebenfalls mit Fieber einhergehen, insbesondere Lymphome und Leukämien. Vergiftungen durch Toxine wie bestimmte Pflanzen, Medikamente oder Chemikalien können zu einer fieberhaften Reaktion führen.

Besondere Aufmerksamkeit verdient das sogenannte „Fever of Unknown Origin“ (FUO), bei dem trotz umfangreicher Diagnostik keine eindeutige Ursache für das Fieber gefunden werden kann. Diese Fälle erfordern eine besonders gründliche Abklärung und Überwachung.

Bei Katzen ist zu beachten, dass ein Verschluss eines Blutgefäßes im Beckenbereich (arterielle Thromboembolie) paradoxerweise zu einer erniedrigten Rektaltemperatur führen kann, während der Rest des Körpers Fieber aufweist – ein wichtiger diagnostischer Hinweis für Tierärzte.

Symptome

  • Mattigkeit
  • Hecheln
  • Durst
  • Schmerzen
  • Appetitlosigkeit
  • keine Wasseraufnahme
  • Atembeschwerden
  • Schwellungen
  • Erbrechen

Das klinische Erscheinungsbild eines Tieres mit plötzlichem hohem Fieber umfasst charakteristische Symptome, die auf den erhöhten Stoffwechsel und die Immunreaktion zurückzuführen sind. Zu den typischen Anzeichen gehören:

Allgemeine Beeinträchtigungen zeigen sich durch ausgeprägte Lethargie und Mattigkeit. Die Tiere wirken teilnahmslos, ziehen sich zurück und vermeiden Bewegung. Appetitlosigkeit bis hin zur kompletten Nahrungsverweigerung ist häufig zu beobachten, während gleichzeitig der Durst oft erhöht ist. Viele Tiere zeigen eine veränderte Körperhaltung mit aufgekrümmtem Rücken oder hängendem Kopf.

Die körperlichen Anzeichen umfassen heiße und trockene Schleimhäute sowie eine erhöhte Atemfrequenz. Hunde reagieren mit verstärktem Hecheln, während Katzen oft mit geöffnetem Maul atmen, was bei ihnen ein ungewöhnliches Verhalten darstellt. Die Herzfrequenz ist deutlich erhöht, und bei der Untersuchung fallen warme Ohren und Pfoten auf. Charakteristisch ist auch ein Wechsel zwischen Schüttelfrost und Hitzegefühl, wobei die Tiere trotz hoher Körpertemperatur zittern können.

Bei Katzen können die Symptome subtiler ausfallen als bei Hunden. Sie verstecken sich häufiger und zeigen weniger offensichtliche Krankheitsanzeichen. Ein wichtiges Warnsignal bei Katzen ist der vollständige Verlust der Fellpflege.

Die Schwere der Symptome korreliert nicht immer mit der Höhe des Fiebers. Manche Tiere zeigen bei 40 °C bereits deutliche Beeinträchtigungen, während andere bei gleicher Temperatur kaum Symptome aufweisen. Bei Temperaturen über 41 °C können Bewusstseinstrübungen, Krampfanfälle und Kollaps auftreten, da die extreme Hyperthermie zu Organschäden führen kann.

Neben diesen allgemeinen Fiebersymptomen können je nach Grunderkrankung weitere spezifische Anzeichen auftreten, wie Husten bei Atemwegsinfektionen, Erbrechen und Durchfall bei Magen-Darm-Erkrankungen oder Lahmheit bei Gelenkentzündungen.

Erste Hilfe

  • Verwenden Sie ein digitales Thermometer. Ohrthermometer sind oft leichter anwendbar, aber weniger genau (Abb.).
  • Geben Sie etwas Vaseline oder Öl auf ein handelsübliches Fieberthermometer und führen Sie das Thermometer ca. 2 cm (Katze, sehr kleiner Hund) bis 5 cm (großer Hund) rektal ein und warten, bis die Temperatur sich nicht weiter erhöht. Der Enddarm verläuft gerade, sodass Sie nicht befürchten müssen, den Darm zu beschädigen.
  • Lassen Sie das Thermometer nicht los und entfernen Sie es, wenn das Tier sehr unruhig ist.
  • Ein Tier mit Fieber benötigt Ruhe.
  • Achten Sie darauf, dass Ihr Tier genügend trinkt.
  • Sie erkennen einen Flüssigkeitsmangel zum Beispiel daran, dass weniger Harn abgesetzt wird und dieser konzentrierter, dunkler als üblich aussieht.
  • Setzen Sie ohne tierärztlichen Rat keine fiebersenkenden Medikamente ein

Diagnose

Die Diagnose eines plötzlichen hohen Fiebers beginnt mit der korrekten Temperaturmessung. Die rektale Messung mit einem digitalen Thermometer gilt als Goldstandard. Dabei wird das leicht eingeölte Thermometer etwa 2 cm (Katze, kleiner Hund) bis 5 cm (großer Hund) in den Enddarm eingeführt. Alternative Messmethoden wie Ohrthermometer bieten zwar mehr Komfort, liefern jedoch weniger präzise Ergebnisse.

Nach Feststellung des Fiebers folgt eine systematische Diagnostik zur Ursachenklärung. Die gründliche Anamnese erfasst Vorerkrankungen, Impfstatus, Medikamentengabe, Reisehistorie und mögliche Expositionsrisiken. Bei der klinischen Untersuchung werden alle Organsysteme systematisch untersucht, wobei besonders auf Entzündungszeichen, Schwellungen und Schmerzhaftigkeit geachtet wird.

Die labordiagnostischen Untersuchungen bilden einen zentralen Bestandteil der Diagnostik. Das Blutbild kann wichtige Hinweise liefern: Eine Leukozytose deutet auf bakterielle Infektionen hin, während eine Leukopenie eher bei viralen Infektionen oder Sepsis auftritt. Die Blutchemie gibt Aufschluss über Organfunktionen und metabolische Störungen. Spezifische Entzündungsmarker wie C-reaktives Protein oder Serum-Amyloid A können die Diagnose unterstützen.

Bei unklarer Ursache sind weiterführende Untersuchungen indiziert. Bildgebende Verfahren wie Röntgen können Hinweise auf eine Pneumonie, einen Fremdkörper oder auf Tumore geben. Die Sonografie eignet sich zur Beurteilung der Bauchorgane und zum Nachweis von Flüssigkeitsansammlungen oder Abszessen. In komplexen Fällen können CT oder MRT zusätzliche Informationen liefern.

Mikrobiologische Untersuchungen umfassen Blutkulturen bei Verdacht auf Bakteriämie sowie Urin-, Kot- oder Gewebeproben je nach klinischem Verdacht. PCR-Tests ermöglichen den direkten Erregernachweis bei viralen oder speziellen bakteriellen Infektionen. Serologische Tests können Antikörper gegen spezifische Erreger nachweisen.

Bei therapieresistentem Fieber unklarer Genese können invasivere diagnostische Maßnahmen wie Knochenmarkbiopsie, Lymphknotenbiopsie oder eine explorative Laparotomie notwendig werden.

Weitere tieräztliche Maßnahmen

Sollten die Symptome länger als einen Tag anhalten oder zusätzliche Symptome wie Benommenheit, Hautveränderungen, Erbrechen, Durchfall und andere auftreten, warten Sie nicht darauf, dass das Fieber von allein verschwindet, sondern stellen Sie es einem Tierarzt vor.
Fieber ist keine Krankheit, sondern ein Symptom. Dementsprechend wird der Tierarzt durch eine körperliche Untersuchung, Labordiagnostik und eventuell weiterführende Verfahren wie Röntgen, Ultraschall usw. die Ursache des Fiebers klären.

Die Behandlung von plötzlichem hohem Fieber bei Hunden und Katzen folgt einem mehrstufigen Ansatz, der sowohl die symptomatische Therapie als auch die Behandlung der Grundursache umfasst.

Die Notfallmaßnahmen bei kritischem Fieber (>41 °C) zielen zunächst auf die Senkung der Körpertemperatur ab. Eine kontrollierte passive Kühlung kann durch feuchte Tücher auf den Pfoten, Achseln und in der Leistengegend erfolgen. Aktive Kühlungsmaßnahmen wie kühle (nicht kalte) Wasserbäder sollten vorsichtig und nur unter tierärztlicher Aufsicht angewendet werden, da zu schnelles Abkühlen zu Kreislaufproblemen führen kann. Ventilatoren können die Verdunstungskühlung unterstützen. Die Zieltemperatur liegt bei etwa 39 °C, danach sollte die Kühlung beendet werden, um eine Unterkühlung zu vermeiden.

Die unterstützende Therapie umfasst primär die Flüssigkeitstherapie, die bei Fieberpatienten essenziell ist. Intravenöse Infusionen mit isotonischen Kristalloiden gleichen Flüssigkeitsverluste aus und unterstützen die Kreislauffunktion. Die Infusionsrate wird individuell an den Hydratationszustand und das Körpergewicht angepasst. Bei schweren Fällen kann eine Sauerstofftherapie notwendig sein, um die erhöhte Stoffwechselrate zu unterstützen.

Antipyretische (fiebersenkende) Medikamente werden gezielt eingesetzt. Nicht-steroidale Antiphlogistika wie Meloxicam oder Carprofen können bei Temperaturen über 40 °C oder bei starkem Unwohlsein indiziert sein. Wichtig ist, dass diese Medikamente nur unter tierärztlicher Aufsicht verabreicht werden, da sie Nebenwirkungen auf Nieren und Magen-Darm-Trakt haben können. Paracetamol ist für Katzen absolut kontraindiziert und kann tödlich sein.

Die kausale Therapie richtet sich nach der zugrundeliegenden Ursache. Bei bakteriellen Infektionen werden Antibiotika eingesetzt, zunächst oft als Breitbandantibiotikum, später gezielt nach Antibiogramm. Virale Infektionen erfordern meist eine symptomatische Behandlung, bei bestimmten Erregern stehen antivirale Medikamente zur Verfügung. Parasitäre Erkrankungen werden mit spezifischen Antiparasitika behandelt. Immunvermittelte Erkrankungen sprechen oft auf Kortikosteroide oder andere Immunsuppressiva an.

Bei schweren Fällen kann eine intensivmedizinische Betreuung mit kontinuierlichem Monitoring der Vitalparameter notwendig sein. Die Überwachung umfasst regelmäßige Temperaturkontrollen, EKG-Monitoring und Blutdruckmessungen.

Prognose und Nachsorge

Die Prognose bei plötzlichem hohem Fieber hängt maßgeblich von der Grunderkrankung, der Höhe des Fiebers, der Dauer des Zustands und dem Zeitpunkt des Therapiebeginns ab. Generell gilt: Je früher die Behandlung einsetzt, desto besser sind die Erfolgsaussichten.

Bei bakteriellen Infektionen ist die Prognose meist gut, wenn rechtzeitig mit einer adäquaten Antibiotikatherapie begonnen wird. Virale Erkrankungen zeigen unterschiedliche Verläufe – während einige wie unkomplizierte Katzenschnupfeninfektionen eine gute Prognose haben, können andere wie Parvovirose oder FIP schwerwiegender verlaufen. Bei immunvermittelten Erkrankungen hängt die Prognose von der Ansprechbarkeit auf immunsuppressive Therapien ab.

Kritisch wird es bei Temperaturen über 41 °C über mehrere Stunden, da hier irreversible Organschäden drohen. Besonders gefährdet sind das zentrale Nervensystem, die Leber, die Nieren und der Magen-Darm-Trakt. Langanhaltende Hyperthermie kann zu Gerinnungsstörungen und im schlimmsten Fall zum multiplen Organversagen führen.

Die Nachsorge nach einem Fieberschub ist entscheidend für die vollständige Genesung. In der Rekonvaleszenzphase sollte das Tier in einer ruhigen, stressfreien Umgebung gehalten werden. Körperliche Anstrengung sollte für mindestens eine Woche nach Abklingen des Fiebers vermieden werden, um den Organismus nicht zusätzlich zu belasten.

Die Ernährung spielt eine wichtige Rolle in der Genesungsphase. Leicht verdauliche, hochwertige Nahrung in kleinen, häufigen Portionen unterstützt die Regeneration. Bei Appetitlosigkeit können Futterzusätze oder eine Spezialnahrung angeboten werden. Die ausreichende Flüssigkeitsversorgung bleibt auch in der Nachsorgephase wichtig.

Kontrolluntersuchungen sind wichtig, um den Heilungsverlauf zu überwachen und Rückfälle frühzeitig zu erkennen. Je nach Grunderkrankung können Laborkontrollen, bildgebende Verfahren oder spezifische Tests notwendig sein. Der Zeitplan für diese Nachkontrollen wird individuell festgelegt, typischerweise erfolgt die erste Kontrolle nach 3–7 Tagen.

Besondere Aufmerksamkeit gilt wiederkehrenden Fieberschüben, die auf chronische Infektionen, Autoimmunerkrankungen oder Neoplasien hindeuten können und eine weiterführende Diagnostik erfordern.

Ausblick auf aktuelle Forschung

Die Veterinärmedizin entwickelt kontinuierlich neue Ansätze zur Diagnostik und Therapie von fieberhaften Erkrankungen bei Kleintieren. Aktuelle Forschungsarbeiten konzentrieren sich auf mehrere vielversprechende Bereiche.

Im Bereich der Diagnostik revolutionieren Point-of-Care-Tests die Schnelldiagnostik. Diese ermöglichen direkt in der Praxis innerhalb von Minuten den Nachweis spezifischer Erreger oder Entzündungsmarker. Neue molekularbiologische Verfahren wie Multiplex-PCR können in einer Probe gleichzeitig auf mehrere Erreger testen, was die Diagnosestellung beschleunigt. Die Entwicklung spezifischer Biomarker für verschiedene Fieberursachen könnte zukünftig eine präzisere Differenzierung ermöglichen.

In der Therapie werden neue antimikrobielle Substanzen erforscht, die auch gegen multiresistente Erreger wirksam sind. Die gezielte Immunmodulation durch spezifische Biologika stellt einen vielversprechenden Ansatz bei immunvermittelten Fieberursachen dar. Für virale Erkrankungen wie FIP bei Katzen wurden in den vergangenen Jahren bedeutende Fortschritte mit neuen antiviralen Substanzen erzielt.

Die Telemedizin gewinnt auch in der Veterinärmedizin an Bedeutung. Fernüberwachungssysteme ermöglichen die kontinuierliche Temperaturmessung und Vitalparameterüberwachung zu Hause, was besonders bei chronisch kranken Tieren oder nach Fieberepisoden hilfreich sein kann. Diese Technologien könnten zukünftig eine frühzeitigere Intervention ermöglichen.

Ein weiterer Forschungsschwerpunkt liegt auf dem besseren Verständnis der Thermoregulation bei verschiedenen Tierarten und Rassen. Genetische Faktoren, die die Anfälligkeit für bestimmte fieberhafte Erkrankungen beeinflussen, werden zunehmend identifiziert, was perspektivisch individualisierte Präventions- und Behandlungsstrategien ermöglichen könnte.

Die One-Health-Initiative, die die Verbindung zwischen Tier-, Menschen- und Umweltgesundheit betont, gewinnt bei der Erforschung fieberhafter Erkrankungen an Bedeutung. Viele Erreger, die bei Haustieren Fieber verursachen, haben zoonotisches Potenzial oder werden durch Vektoren übertragen, deren Verbreitung durch den Klimawandel beeinflusst wird.

Diese Forschungsansätze versprechen in den kommenden Jahren eine verbesserte Diagnostik und Therapie fieberhafter Erkrankungen bei Hunden und Katzen, was letztlich zu einer besseren Prognose und Lebensqualität unserer tierischen Begleiter führen wird.

Häufig gestellte Fragen (FAQs)

  1. Ab welcher Temperatur sollte ich mit meinem Tier zum Tierarzt?
    Bei Temperaturen über 39,5 °C ist ein Tierarztbesuch ratsam. Temperaturen über 40 °C stellen einen Notfall dar und erfordern umgehende tierärztliche Hilfe.
  2. Kann ich meinem Tier selbst fiebersenkende Mittel geben?
    Nein, menschliche Fiebermittel können für Tiere gefährlich oder sogar tödlich sein. Verabreichen Sie Medikamente nur nach tierärztlicher Anweisung.
  3. Wie messe ich die Temperatur bei meinem Haustier korrekt?
    Die rektale Messung mit einem digitalen Thermometer ist am genauesten. Führen Sie das leicht eingeölte Thermometer vorsichtig 2–5 cm (je nach Tiergröße) in den Enddarm ein und warten Sie, bis der Messwert stabil ist.
  4. Wie kann ich meinem fiebernden Tier zu Hause helfen?
    Bieten Sie frisches Wasser an, sorgen Sie für eine ruhige Umgebung und kühlen Sie bei sehr hohem Fieber vorsichtig Pfoten und Leisten mit feuchten Tüchern. Suchen Sie aber immer tierärztlichen Rat.
  5. Kann Stress Fieber bei meinem Haustier auslösen?
    Stress allein verursacht selten echtes Fieber, kann aber zu einer leichten Temperaturerhöhung führen. Anhaltende Temperaturerhöhungen haben meist andere Ursachen.
  6. Wie lange dauert es, bis Antibiotika bei einem fiebernden Tier wirken?
    In der Regel sollte innerhalb von 24–48 Stunden nach Beginn einer wirksamen Antibiotikatherapie ein Rückgang des Fiebers zu beobachten sein.
  7. Kann mein Tier an Fieber sterben?
    Extrem hohes Fieber (über 42 °C) kann lebensbedrohlich sein und zu Organschäden führen. Nicht das Fieber selbst, sondern überwiegend die zugrundeliegende Erkrankung ist jedoch die eigentliche Gefahr.
  8. Warum ist meine Katze bei Fieber schwerer zu erkennen als mein Hund?
    Katzen zeigen als natürliche Beutetiere Krankheitssymptome weniger deutlich und verstecken sich oft bei Unwohlsein, was die Früherkennung erschweren kann.
  9. Kann ich Fieber vorbeugen?
    Regelmäßige Impfungen, Parasitenprävention und gute Hygiene können viele fieberverursachende Erkrankungen verhindern. Regelmäßige tierärztliche Vorsorgeuntersuchungen helfen, Probleme frühzeitig zu erkennen.
  10. Ist es normal, dass mein Tier nach einer Impfung leichtes Fieber entwickelt?
    Eine milde Temperaturerhöhung (bis ca. 39,5 °C) kann in den ersten 24–48 Stunden nach einer Impfung auftreten und ist größtenteils unbedenklich. Höheres oder länger anhaltendes Fieber sollte tierärztlich abgeklärt werden.

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Bei einer Katze wurde die Körpertemperatur mithilfe eines digitalen Fieberthermometers gemessen.

 

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