Tumor am Auge von den pigmentierten Zellen der Aderhaut ausgehend bei Hunden (Melanom der Aderhaut, Uveales oder Choroidales Melanom)

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Definition

Ein Melanom der Aderhaut, auch als uveales oder choroidales Melanom bezeichnet, ist ein seltener, aber potenziell bösartiger Tumor, der bei Hunden auftritt und sich aus den pigmentierten Zellen der Aderhaut des Auges entwickelt.

Das Wichtigste auf einen Blick

Das uveale oder choroidale Melanom ist ein seltener Tumor bei Hunden, der aus den pigmentierten Zellen der Aderhaut im Auge entsteht. Diese Zellen enthalten Melanin, das dem Auge Farbe verleiht und vor schädlichem Licht schützt. Die genauen Ursachen sind nicht vollständig geklärt; jedoch könnten genetische und Umweltfaktoren, darunter die Sonnenexposition, eine Rolle spielen. Symptome können Veränderungen der Irisfarbe, verzerrte Pupillen, Entzündungen, erhöhten Augeninnendruck sowie Sehbeeinträchtigungen umfassen. Zur Diagnose sind gründliche Untersuchungen durch einen Tierarzt notwendig, oft mithilfe von Ophthalmoskopie, Ultraschall, Biopsie sowie bildgebenden Verfahren wie MRT oder CT.

Die Behandlung hängt von der Tumorgröße und dem Stadium ab und kann chirurgische Entfernung, Strahlentherapie oder Lasertherapie umfassen. In fortgeschrittenen Fällen könnte eine Chemotherapie erforderlich sein. Die Prognose variiert je nach Tumorstadium und ob Metastasen vorliegen. Bei frühzeitiger Diagnose und Behandlung ist die Prognose günstiger. Regelmäßige Nachuntersuchungen sind wichtig, um ein Wiederauftreten oder eine Ausbreitung des Tumors zu überwachen.

Präventionsmaßnahmen sind begrenzt, da die Ursachen nicht vollständig verstanden sind. Regelmäßige tierärztliche Untersuchungen und gegebenenfalls der Schutz vor UV-Strahlung könnten helfen. Besitzer sollten auf Symptome achten, um frühzeitig handeln zu können.

Ursachen

Die Aderhaut ist ein Teil der mittleren Augenhaut, der Uvea. Sie besteht aus pigmentierten Zellen, die Melanin enthalten, das dem Auge seine Farbe verleiht und das Innere des Auges vor schädlichem Licht schützt. Diese Zellen können jedoch, ähnlich wie Hautzellen, entarten und zu einem Melanom werden. Bei Hunden ist das Auftreten eines Melanoms in der Aderhaut selten, kann jedoch schwerwiegende Folgen haben.

Die genauen Ursachen der Entstehung eines uvealen Melanoms sind noch nicht vollständig verstanden. Es wird vermutet, dass genetische Faktoren eine Rolle spielen, da bestimmte Hunderassen häufiger betroffen sind. Umweltfaktoren, wie übermäßige Sonnenexposition könnten ebenfalls eine Rolle spielen, obwohl dies bei Hunden weniger klar ist als bei Menschen.

Bei der Entstehung eines Melanoms spielen Zellmutationen eine entscheidende Rolle. Diese genetischen Veränderungen können spontan auftreten oder durch externe Einflüsse verursacht werden. In der Forschung wird untersucht, ob bestimmte Gene oder genetische Marker bei Hunden mit erhöhtem Risiko für diese Tumorart assoziiert sind.

Symptome

Ein frühes Anzeichen für ein Melanom der Aderhaut kann eine Veränderung der Augenfarbe oder das Auftreten dunkler Flecken auf der Iris sein. Diese Veränderungen sind oft subtil und können leicht übersehen werden.

Fortgeschrittene Symptome können eine Schwellung des Auges, Rötung, Schmerzen oder Reizungen umfassen. Der Hund könnte beginnen, das betroffene Auge zu reiben oder zu blinzeln. In einigen Fällen kann es zu einem Sehverlust oder zur Verlagerung des Augapfels kommen.

Da diese Symptome auch bei anderen Augenkrankheiten auftreten können, ist es wichtig, bei Verdacht auf ein Melanom der Aderhaut eine tierärztliche Untersuchung in Anspruch zu nehmen.

Diagnose

Die Diagnose eines uvealen Melanoms erfordert eine gründliche Untersuchung durch einen Tierarzt, idealerweise einen, der auf Augenkrankheiten spezialisiert ist. Ein Ophthalmoskop kann verwendet werden, um das Innere des Auges zu inspizieren und nach Anzeichen eines Tumors zu suchen.

Zusätzliche diagnostische Tests können Ultraschalluntersuchungen des Auges umfassen, um die Größe und die genaue Lage des Tumors zu bestimmen. Eine Biopsie kann ebenfalls durchgeführt werden, bei der eine kleine Probe des Tumorgewebes entnommen und mikroskopisch untersucht wird, um die Diagnose zu bestätigen.

Bildgebende Verfahren wie MRT oder CT können eingesetzt werden, um festzustellen, ob sich das Melanom auf andere Körperteile ausgebreitet hat.

Therapie

Die Behandlung eines Melanoms der Aderhaut hängt von der Größe und dem Stadium des Tumors ab. In einigen Fällen kann eine chirurgische Entfernung des Tumors erforderlich sein. Dies könnte eine Enukleation (Entfernung des Auges) umfassen, insbesondere wenn der Tumor sehr groß ist oder die Sehkraft bereits irreversibel geschädigt ist.

Strahlentherapie kann bei kleineren Tumoren eingesetzt werden, um die Krebszellen zu zerstören, ohne das Auge entfernen zu müssen. Eine neuere Option ist die Lasertherapie, die gezielt auf den Tumor wirkt und das umliegende gesunde Gewebe schont.

In einigen Fällen kann eine Chemotherapie in Betracht gezogen werden, insbesondere wenn der Tumor metastasiert ist. Die Wahl der Behandlung hängt von vielen Faktoren ab, darunter die allgemeine Gesundheit des Hundes und die Präferenzen des Besitzers.

Prognose und Nachsorge

Die Prognose für einen Hund mit einem Melanom der Aderhaut hängt von verschiedenen Faktoren ab, einschließlich der Größe und Lage des Tumors, ob er gestreut hat und wie früh er diagnostiziert wurde. Bei frühzeitiger Diagnose und Behandlung kann die Prognose positiv ausfallen, insbesondere wenn der Tumor noch nicht metastasiert ist.

Jedoch, wenn der Tumor in andere Teile des Körpers gestreut hat, verschlechtert sich die Prognose erheblich. Regelmäßige Nachuntersuchungen sind wichtig, um ein Wiederauftreten des Tumors oder dessen Ausbreitung zu erkennen.

Die Lebensqualität des Hundes ist ein wichtiger Faktor, der bei der Entscheidung über die Behandlung zu berücksichtigen ist. Einige Behandlungen können erhebliche Nebenwirkungen haben, die das Wohlbefinden des Tieres beeinträchtigen.

Prävention

Da die genauen Ursachen eines Melanoms der Aderhaut nicht vollständig verstanden sind, gibt es keine spezifischen Präventionsmaßnahmen. Eine allgemeine Gesundheitsvorsorge und regelmäßige tierärztliche Untersuchungen können jedoch helfen, Veränderungen im Frühstadium zu erkennen.

Für Hunde, die viel Zeit im Freien verbringen, kann der Schutz der Augen vor übermäßiger UV-Strahlung sinnvoll sein, obwohl die Prävention von Augentumoren bei Hunden weniger erforscht ist. Sonnenbrillen für Hunde oder das Vermeiden intensiver Sonneneinstrahlung könnten das Risiko theoretisch verringern.

Die Aufklärung der Besitzer über mögliche Anzeichen eines Melanoms der Aderhaut ist ebenfalls wichtig, damit sie bei ersten Veränderungen schnell handeln können.

Ausblick auf aktuelle Forschung

Das Melanom der Aderhaut gehört zu den uvealen Melanomen und ist bei Erwachsenen der häufigste primäre bösartige Tumor des Auges. Das Hauptproblem ist heute weniger die lokale Kontrolle im Auge als das Risiko späterer Metastasen, vor allem in der Leber. Genau deshalb konzentriert sich die aktuelle Forschung stark darauf, welche Tumoren biologisch besonders gefährlich sind, auch wenn sie anfangs noch klein erscheinen. (eyewiki.org, pubmed.ncbi.nlm.nih.gov)

Ein zentrales Forschungsfeld ist die molekulare Risikoeinstufung. Bestimmte genetische Veränderungen, etwa in BAP1, SF3B1 oder EIF1AX, helfen dabei, das Metastasierungsrisiko genauer abzuschätzen. Ergänzend werden Genexpressionsprofile und zunehmend auch Liquid Biopsies untersucht, also Tumorinformationen aus Blutproben. Ziel ist es, Hochrisikopatienten früher zu erkennen und die Nachsorge gezielter zu steuern. (pubmed.ncbi.nlm.nih.gov, nature.com)

Therapeutisch ist der Ausblick, vorsichtig betrachtet, besser als noch vor wenigen Jahren. Für lokal begrenzte Tumoren sind Bestrahlung und andere augenerhaltende Verfahren etabliert; bei metastasierter Erkrankung war der Fortschritt lange Zeit gering. Inzwischen hat Tebentafusp bei einem Teil der Patienten mit metastasiertem uvealem Melanom einen wichtigen Fortschritt gebracht. Gleichzeitig laufen Studien zu Kombinationstherapien, neuen Immuntherapien und zielgerichteten Ansätzen gegen zentrale Signalwege des Tumors. (fda.gov, nature.com)

Insgesamt bewegt sich die Forschung klar in Richtung personalisierter Augenonkologie mit besserer Prognoseabschätzung und gezielterer Systemtherapie.

Häufig gestellte Fragen (FAQs)

1. Was ist ein Aderhautmelanom beim Hund?
Das Aderhautmelanom (uveales Melanom) ist ein Tumor, der von den pigmentierten Zellen der Aderhaut, der Iris oder dem Ziliarkörper ausgeht. Es ist der häufigste primäre Augentumor des Hundes. Der Tumor wächst meist langsam und hat beim Hund anders als beim Menschen häufig einen gutartigen Charakter.
2. Welche Symptome fallen auf?
Typisch sind dunkle Flecken oder Knoten auf der Iris, die über Wochen bis Monate größer werden. Weitere Anzeichen können eine unregelmäßige Pupillenform, Veränderungen der Augenfarbe, Sekundärglaukom, Uveitis oder eine Vorwölbung des Augapfels sein. Gelegentlich bemerken Besitzer auch eine Linsenverlagerung oder Blutungen im Auge.
3. Welche Hunde sind häufiger betroffen?
Prädisponiert sind mittelalte bis ältere Hunde, besonders Labrador Retriever, Golden Retriever und Deutscher Schäferhund. Es gibt keine klare Geschlechtspräferenz. Bei jüngeren Hunden ist der Tumor selten, kommt aber vor.
4. Wie wird die Diagnose gestellt?
Die augenärztliche Untersuchung mit Spaltlampe und Ophthalmoskopie zeigt den Tumor oft direkt. Zur Beurteilung der Ausdehnung werden Augenultraschall (B-Bild) und gegebenenfalls MRT oder CT eingesetzt. Eine gesicherte Diagnose gelingt letztlich durch die Histologie, meist nach Enukleation des Auges.
5. Ist das uveale Melanom bösartig?
Beim Hund ist die Mehrzahl der uvealen Melanome gutartig oder niedrigmaligne. Metastasen sind selten und betreffen am häufigsten die Leber. Entscheidend für die Prognose sind Mitoserate, Lokalisation (Ziliarkörper aggressiver als Iris) und Ausbreitung über die Augenhüllen hinaus.
6. Wie wird die Erkrankung behandelt?
Kleine, oberflächliche Iristumoren können mittels Laserfotokoagulation oder lokaler Resektion behandelt werden, ohne das Auge zu opfern. Bei fortgeschrittenen Tumoren, Sekundärglaukom oder starkem Wachstum ist die Enukleation (Entfernung des Augapfels) das Mittel der Wahl. Eine adjuvante Chemotherapie ist nur bei seltenen aggressiven Verlaufsformen nötig.
7. Verliert der Hund nach Enukleation viel an Lebensqualität?
Hunde kompensieren den Verlust eines Auges meist sehr gut und benötigen nur wenige Wochen Gewöhnungszeit. Ihr Sehvermögen auf der verbleibenden Seite und ihre anderen Sinne sind dafür sehr gut ausgebildet. Die Lebensqualität bleibt in aller Regel erhalten.
8. Wie hoch ist das Metastasierungsrisiko?
In Studien metastasieren bei Hunden rund fünf Prozent der uvealen Melanome, vor allem solche mit höherer Mitoserate oder extraokulärer Ausbreitung. Regelmäßige Nachsorge mit Ultraschall des Bauchraums und Röntgen des Thorax alle sechs Monate für zwei Jahre ist empfehlenswert.
9. Kann ein Aderhautmelanom spontan aufhören zu wachsen?
Sehr kleine Irismelanome wachsen gelegentlich über Jahre nicht weiter. Solange sie klein bleiben, keine Schmerzen verursachen und die Sehfähigkeit nicht beeinträchtigen, ist eine engmaschige Beobachtung mit regelmäßigen Kontrollen vertretbar. Sobald sie wachsen, ist eine Intervention angezeigt.
10. Wie unterscheidet sich das Aderhautmelanom vom Lidmelanom?
Aderhautmelanome gehen von Strukturen im Augeninneren aus und sind beim Hund überwiegend gutartig. Lidmelanome sitzen an der Lidhaut und sind ebenfalls meist gutartig. Orale und digitale Melanome des Hundes dagegen sind hochgradig bösartig und metastasieren häufig, ihre Prognose ist deutlich schlechter.

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