Artikel in der schwedischen Tageszeitung Smalandpost vom 03.11.2025 zu PetsVetCheck
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Welpe Maja war dem Tod nahe â jetzt entwickelt ihr Herrchen eine Plattform, die Haustierbesitzern schnell medizinische Informationen und ErsteinschĂ€tzungen bietet â quasi ein digitales Gesundheitsportal fĂŒr Hunde und Katzen.â
2. November 2025
Als Welf Löwes geliebte Maja noch ein Welpe war, wurde sie von einer Kreuzotter gebissen.
â Es war wirklich eine Situation zwischen Leben und Tod.
Heute hat er eine App entwickelt, die Katzen- und Hundebesitzern schnelle Informationen zu Gesundheitsfragen bietet.
Als der Unfall passierte, rief Welf Löwe seine Mutter Gisa an, die TierĂ€rztin ist. Ihr Rat war, sofort mit Maja â einer kleinen Staffordshire Bullterrier-HĂŒndin â in eine Tierklinik zu fahren.
â Sie blieb dort drei Tage lang stationĂ€r. Ihr Kopf war so angeschwollen, dass sie wie ein Nilpferd aussah. Es war wirklich knapp, aber sie hat ĂŒberlebt.
Nicht jeder Katzen- oder Hundebesitzer kann seine Mutter um Rat fragen â schon gar nicht, wenn sie die GrĂŒnderin der gröĂten privaten Tierklinik Berlins ist. Und auch nicht jeder ist Professor fĂŒr Informatik, spezialisiert auf KI und Datenanalyse.
Nun haben Mutter Gisa (77) in Berlin und Sohn Welf (56) in VĂ€xjö ihr Wissen zusammengelegt und PetsVetCheck gegrĂŒndet â ein Gesundheitsportal, das anhand verschiedener Symptome Katzen- und Hundebesitzern RatschlĂ€ge gibt.
â Man kann es als so etwas wie ein digitales Gesundheitsportal â Ă€hnlich wie 1177 in Schweden, aber fĂŒr Hunde und Katzen â sehen, wenn es uns gelingt.
Auf Grundlage ihrer langjĂ€hrigen Erfahrung als TierĂ€rztin hat Gisa Löwe eine Datenbank erstellt, die Symptome von Haustieren mit verschiedenen Diagnosen verknĂŒpft. Welf hat die Plattform mit KI ergĂ€nzt, sodass Tierhalter schnell prĂŒfen können, was bestimmte Symptome bedeuten könnten.
Das Gesundheitsportal ist im Web und als App verfĂŒgbar â derzeit auf Deutsch und Englisch, aber man kann auch auf Schwedisch chatten.
â Wir haben nicht die diagnostischen Möglichkeiten eines Tierarztes, sondern nur die Symptome, die ein Laie beobachten kann. Daher können wir keine prĂ€zise Diagnose stellen. Aber wenn man sich Sorgen macht, weil sich der Hund oder die Katze seltsam verhĂ€lt, können wir helfen einzuschĂ€tzen, ob man sofort zum Tierarzt sollte oder erst einmal abwarten kann.
Welf weiĂ, was einem Hund alles passieren kann. Maja wurde nicht nur von einer Schlange gebissen, sondern hatte auch schon einen Stock im Maul und allerlei Unpassendes gefressen.
â Maja ist ein Familienmitglied, das wir lieben â genauso wie unsere frĂŒheren Hunde, die nicht mehr leben und die wir vermissen. Ich habe eine sehr enge Beziehung zu Haustieren.
PetsVetCheck wurde in das Wachstumsprogramm von Företagsfabriken aufgenommen â ein schwedischer Inkubator fĂŒr Start-ups mit groĂem Potenzial.
â Ich bin IT-Nerd, und meine Mutter ist Tier-Nerd. Da ist es gut, Berater zu haben, die unsere Arbeit bewerten und uns in die richtige Richtung schubsen. Auf den Markt zu gehen und Kunden zu finden, ist nicht unbedingt meine StĂ€rke.
Die Idee ist, dass Tierkliniken oder Versicherungen dafĂŒr bezahlen, dass ihre Kunden die App nutzen. Sie könnte die AblĂ€ufe effizienter machen, indem sie Tierhalter dazu bringt, im richtigen Moment Hilfe zu suchen.
â Ich habe gerade erst angefangen, potenzielle Kunden zu treffen, erzĂ€hlt Welf.
Es ist nicht das erste Mal, dass er mit UnterstĂŒtzung von Företagsfabriken ein Unternehmen grĂŒndet. Gemeinsam mit seinem Kollegen an der LinnĂ©-UniversitĂ€t, RĂŒdiger Linke, startete er 2008 Softwerk, ein Softwareunternehmen.
Als das Unternehmen fast 30 Mitarbeiter und einen Umsatz von rund 30 Millionen Kronen erreicht hatte, verkauften sie es vor vier Jahren an Soft Cap Holding. Welf Löwe sitzt weiterhin im Vorstand.
â Ich bin bei Softwerk nicht mehr stark involviert, aber ich unterstĂŒtze sie, so gut ich kann. Wir haben Softwerk auch beauftragt, den ersten Prototypen der App zu entwickeln.
Im Laufe der Jahre hat Welf weitere Unternehmen gegrĂŒndet, bei denen er sein Informatikwissen einbrachte. Er sieht viele Vorteile darin, sowohl an der UniversitĂ€t als auch in der Wirtschaft aktiv zu sein.
â Wenn ich als Professor erklĂ€re, was im Lehrbuch steht, kann ich hinzufĂŒgen: Aus meiner Erfahrung funktionieren zwei Dinge sehr gut, aber das dritte nicht. Das gibt mir eine andere Position als Lehrer.
Seine Erfahrung hilft ihm auch, die BedĂŒrfnisse von Unternehmen besser zu verstehen, wenn die UniversitĂ€t Forschungspartnerschaften eingeht. Er war maĂgeblich daran beteiligt, dass sich die LinnĂ©-UniversitĂ€t frĂŒh auf KI und Big-Data-Analysen spezialisierte â Forschung, die Unternehmen wie Fortnox, Sigma Technology und Volvo CE zugutekommt.
â Wir haben diesen Trend frĂŒh erkannt. Als regionale UniversitĂ€t brauchen wir Forschung, die fĂŒr regionale Unternehmen anwendbar ist.
Dass Welf Löwe so unternehmerisch ist, mag ĂŒberraschen, da er in der kommunistischen DDR aufgewachsen ist, wo Eigeninitiative kaum gefördert wurde.
â Ich glaube, das System hat uns damals unterdrĂŒckt â und als der Deckel endlich weg war, hatten wir plötzlich alle Möglichkeiten. Vielleicht genieĂen wir gerade das, was uns frĂŒher verboten war â und das macht uns zu dem, was wir sind.
Als die Mauer fiel, verlor Gisa Löwe ihren Job. Stattdessen grĂŒndete sie eine private Tierklinik, die spĂ€ter zur gröĂten in Berlin wurde.
1989, als die Mauer fiel, war Welfs Mutter Gisa 41 Jahre alt. Die Forschungseinrichtung, in der sie Abteilungsleiterin war, wurde geschlossen. Also startete sie eine eigene Tierklinik â und spĂ€ter auch eine Pferdepraxis.
â Viele aus ihrer Generation wagten keinen Neuanfang. Aber meine Mutter machte das Gegenteil: Sie riskierte viel â und hatte Erfolg. Sie ist auf jeden Fall eine groĂe Inspiration.
Welf Löwe promovierte in Karlsruhe, arbeitete eine Zeit lang an der SpitzenuniversitÀt Berkeley und wurde 2002 Professor an der Linné-UniversitÀt in VÀxjö. Durch PetsVetCheck hat er heute mehr Kontakt zu seiner Mutter in Berlin als seit vielen Jahren.
â Mindestens zweimal pro Woche telefonieren wir â das war frĂŒher nicht so. Ich genieĂe das sehr, jetzt wo sie Ă€lter wird, aber immer noch so scharfsinnig ist.